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Selbsthilfetag im Landkreis Konstanz am 24. 03. 2010

DGZ-Stand außerordentlich gut besucht

  Dennis Riehe (SHG-Konstanz)

Zum fünften Mal hatte das Selbsthilfenetzwerk „kommit“ im Landkreis Konstanz bereits zum alle zwei Jahre stattfindenden Selbsthilfetag eingeladen. Unter den rund 90 Ständen verschiedenster Gruppen war auch einer der „Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.“ (DGZ) vertreten. Selbsthilfegruppenleiter und DGZ-Landesbeauftragter Dennis Riehle warb mit umfangreichen Informationsmaterialien für die Arbeit der DGZ, klärte aber auch über die Erkrankung und ihre möglichen Erscheinungsformen sowie seine persönlichen Erfahrungen mit Behandlung, Therapie und Selbsthilfegruppenarbeit auf.

„Auffallend war die große Zahl an Angehörigen, die an den Stand kamen“, berichtet Dennis Riehle. „Oftmals ging es um die eigenen Kinder, häufig noch im Jugendalter. Ich fühlte mich immer wieder an meine eigene Krankheitsgeschichte zurückerinnert. Viele Eltern berichteten davon, wie ihre 13- oder 14jährigen Söhne und Töchter mit den ersten Zwangssymptomen begannen, so, wie bei mir auch“.

Entsprechend groß war auch die Nachfrage nach Broschüren und Faltblättern der DGZ. „Mit 5 kg Material bin ich gekommen, mit 2 kg gehe ich“, berichtet ein erschöpfter, aber überaus zufriedener Gruppenleiter. Dennis Riehle leitet seit 2006 die Gruppe zu Zwangserkrankungen im Landkreis Konstanz am Bodensee. Eine besonders positive Entwicklung zieht er aus dem Vergleich mit früheren Selbsthilfetagen. „Bei meinem ersten kamen die Besucher noch mit fragenden Gesichtern an meinen Stand. Heute hat zumindest jeder schon einmal etwas von ‚Zwängen’ gehört“.

Zurückzuführen ist das aus Riehles Sicht auch auf eine zunehmend verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, die er selbst nicht nur in der Region unterstützt hat. „Die Sensibilität und das Verständnis für psychische Erkrankungen allgemein ist gestiegen. Auch wenn Diskriminierung und schiefe Blicke noch immer dazu gehören, freue ich mich, dass sich bereits eine Woche nach dem Selbsthilfetag rund 30 Betroffene oder Angehörige bei mir gemeldet haben und offen von ihren Schwierigkeiten berichteten. Die Scheu, zu Zwängen zu stehen, hat meiner Ansicht nach abgenommen“, meint Riehle.

Schlussendlich sieht der Landesbeauftragte aber auch eine zunehmend offene Haltung der Kliniken und niedergelassenen Therapeuten im Hinblick auf einen Austausch. „Die Kooperation mit den umliegenden Krankenhäusern klappt sehr gut. Oftmals werden Patienten nach ihrer Entlassung direkt an die Gruppe verwiesen. Umgekehrt sage ich den Gruppenteilnehmern im Zweifel auch, dass es besser wäre, noch verstärkter fachmännische Unterstützung aufzusuchen“.

In Selbsthilfetagen sieht Riehle eine Möglichkeit, öffentlich und doch sehr persönlich an die Betroffenen und ihr Umfeld herantreten zu können. Als Resultat meint er: „Ich freue mich auf die neuen Mitglieder in der Gruppe, die nach dem Tag den Schritt zu einem selbstverantwortlichen Umgang mit den Zwängen wagen wollen“.

Autor: Dennis Riehle, Selbsthilfegruppenleiter und Landesbeauftragter der DGZ
Kontakt: Tel.: 07531/955401, Email: Dennis.Riehle@t-online.de


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