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Buchtipp

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Neuerscheinung

 

 

Hildegard Goletz / Veit Roessner / Manfred Döpfner

Ratgeber Zwangsstörungen:
Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher

Hogrefe Verlag Göttingen 2020, ISBN: 978-3-8017-2646-1, 66 Seiten, Preis: 9,95 Euro

Kurzbeschreibung: Wenn Kinder und Jugendliche unter Zwangsstörungen leiden, ist das nicht nur für die Betroffenen sehr belastend, sondern auch die ganze Familie. Eltern und Geschwister sind oft rat- und hilflos. Sie verstehen oft nicht, warum das geliebte Kind, der Bruder, die Schwester, sich so verhält.
Die Autoren beschreiben, warum Zwangsstörungen aufrecht erhalten werden und anschließend ausführlich, was gegen Zwänge getan werden kann. Es gibt einen Abschnitt über die Therapiemöglichkeiten und Therapieschritte. Dabei weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, dass Eltern, Geschwister und ggf. auch Lehrer und Erzieher in die Therapie mit einbezogen werden sollten. Von zentraler Wichtigkeit sind die Abschnitte, was Kinder und Jugendliche für sich selbst tun können und was Eltern, Erzieher und Lehrkräfte zum Erfolg einer Therapie beitragen können. Im letzten Kapitel gibt das Buch noch Hinweise auf weitere Hilfen.
Mit seinen 66 Seiten ist der Ratgeber übersichtlich, informativ und verständlich geschrieben, so dass ich allen, die ein betroffenes Kind haben, diesen Ratgeber gerne als Lektüre empfehlen möchte.
Autorin der Buchvorstellung: Antonia Peters


Ratgeber

 

 

Peter Wittkamp

Für mich soll es Neurosen regnen - Mein Leben mit Zwangsstörungen

btb Verlag, München 2019 - ISBN: 978-3442758296 - 318 Seiten - Preis: 18,00 Euro

Kurzbeschreibung: Peter Wittkamp ist ein lustiger Mensch, Autor und Gagschreiber von Beruf. Aber auch an lustigen Menschen geht die Zwangsstörung nicht vorbei. Als ich anfing dieses Buch zu lesen, war ich neugierig, wie ein Gagschreiber das Thema Zwangsstörung wohl angehen wird? Antwort: Es ist ein humorvolles Buch geworden, aber nicht nur.
Der Autor beschreibt sein Leben mit der Zwangsstörung. Im ersten Teil des Buches schildert der Autor Episoden, die er mit seinem Zwang erlebt hat. Da ist die Geschichte mit dem Loch im Radweg, das er auf eigene Kosten hat stopfen lassen. Oder die Geschichte, dass er von der Kontrolle von Autoreifen nicht lassen kann, was ihn dazu veranlasste, einen Ort für sein Studium auszuwählen, wo es nur wenig Autoverkehr gab. Alle diese Geschichten könnten noch als Macke abgetan werden. Da Wittkamp seine Zwänge nicht behandeln ließ, wurde es immer schlimmer und es folgte der Zusammenbruch und die Einweisung in eine Klinik.
Ab diesem Schlüsselerlebnis wurde es ernst für den Autor. Auch beim Schreibstil ist dann Schluss mit lustig. Nachfolgend erklärt er wie seine Therapie von statten ging und wie viel Blut und Wasser er dabei schwitze. Die Frage, was gegen Zwänge hilft, beantwortet er mit den Worten "Machen Sie es nicht!". Wie schwer aber auch erfolgreich die Therapie ist, beschreibt der Autor am Ende des Buches.
Fazit: Dieses Buch dient der Aufklärung über Zwangsstörungen. Es ist erfrischend geschrieben, dies aber differenziert und fachlich korrekt. Das Buch klärt auf und gibt anderen Betroffenen Hilfestellung zur Bewältigung der Störung. Insbesondere für an der Zwangsstörung interessierte Leser eignet sich dieses Buch, weil es anhand der Lebensgeschichte eines sympathischen Menschen, der beruflich voll im Leben steht, die gnadenlose Welt der Zwänge erklärt, wie es kein Sachbuch leisten kann.
Autor der Buchvorstellung: Wolf Hartmann


 

Anne Katrin Külz, Ulrich Voderholzer

Pathologisches Horten

Hogrefe Verlag 2018, ISBN 978-3801727857, 89 Seiten, Preis: 19,95 Euro

Kurzbeschreibung: Pathologisches Horten ist eine psychische Störung, die zur Vermüllung der Wohnung führt. Die Störung verläuft häufig chronisch und ist schwer zu behandeln.
Das Buch informiert über den aktuellen Stand der Forschung zur Beschreibung, Klassifikation, Epidemiologie, Differenzialdiagnose und zum Verlauf. Nach der Darstellung verschiedener diagnostischer Verfahren, werden kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt. Ziel der Behandlung ist es, gemeinsam mit dem Patienten ein effizientes System zur Ordnung und Organisation zu entwickeln und die Widerstandsfähigkeit gegenüber „Verlockungen“ zur Anschaffung neuer Gegenstände zu trainieren. Zudem sollen die den Widerwillen hervorrufenden Gefühle, die mit der Entscheidung zum Wegwerfen verbunden sind, schrittweise bewältigt werden. Zahlreiche Arbeitsblätter und Fallbeispiele veranschaulichen das Vorgehen und unterstützen die Umsetzung der Behandlungsstrategien in die klinische Praxis.
Dieses Buch ist sehr verständlich geschrieben, weshalb es sich auch für Betroffene und Angehörige als Lektüre eignet.


 

Anne Külz

Dem inneren Drachen mit Achtsamkeit begegnen: Selbsthilfe bei Zwängen

Beltz-Verlag 2017, ISBN: 978-3621283496, 217 Seiten, Preis: 24,95 Euro

Kurzbeschreibung: Die Autorin lädt ein, einen neuen und ungewohnten Blick auf die Zwangsstörung - den inneren Drachen - zu entwickeln. Ziel ist es, sich diesem scheinbar unbezähmbaren Drachen nicht länger hilflos ausgeliefert zu fühlen, sondern eine Haltung der inneren Stärke und Souveränität zu entwickeln. Diese lässt den Zwang nicht unmittelbar verschwinden, sondern ermöglicht eine Distanzierung und Reduktion der gefühlten Bedrohung. Die Autorin, als Wissenschaftlerin und Therapeutin langjährig sowohl mit der Forschung als auch der Therapie der Zwangsstörung vertraut, beschreibt in ihrem Buch eine Fülle von Methoden und Übungen, die Patienten anwenden können, um dieses Ziel zu erreichen.  Im Vordergrund stehen Methoden der Achtsamkeit, die der Leser bereits während des Lesens anwenden kann. Hier greift die Autorin Aspekte auf, die auch Inhalte einer kognitiven Verhaltenstherapie sind: typische Denkfallen entdecken, Funktionalitäten des Zwanges erkennen, das eigene Wertesystem beleuchten oder Expositionsübungen durchführen. Bringt der Leser diese Bereitschaft mit, kann er seine Werkzeuge in der Bewältigung der Zwangsstörung deutlich vermehren und immer besser darin zu werden, den inneren Drachen zu zähmen. Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Autor der Buchvorstellung: Thomas Hillebrand


 

Dennis Riehle

Funktionalität des Zwanges
Taschenbuch für Betroffene, Angehörige und Interessierte

BoD - Books on Demand 2017, ISBN: 9 783744 898799, 108 Seiten, Preis: 4,99 Euro

Etwas früher als sonst, steht Dennis Riehle an der Bushaltestelle. Die zehn Minuten, die er auf seinen Bus warten musste, vertrieb er sich mit Zählen der ersten herab gefallenen Blätter. Auch am nächsten, übernächsten und weiteren Tagen zählte er immer wieder die herab gefallenen Blätter. Später zählte er die Dachziegel des gegenüberliegenden Hauses. Nach vier Monaten zählte er Autos und Straßenlaternen, an denen er auf der Fahrt zur Schule vorbeikam. Wenig später nahmen die Zwänge weitere Bereiche seines Lebens in Beschlag. Kontroll-, Wasch- und Gedankenzwänge bestimmten seinen Alltag.
Der Autor berichtet von seiner ersten Verhaltenstherapie und den Versuchen, sich gegen die Zwänge zu stemmen. Die Symptomatik ging zurück, ließ sich aber nicht vollständig bewältigen. In seinem Buch beschreibt Riehle, welche Funktionalität seine Erkrankung hat. Zwänge haben einen tieferen Sinn, die seelische Ursachen und Gründe in der Persönlichkeit des Betroffenen haben. Er gibt dem Leser einen Einblick, warum sich seine Zwänge entwickelt haben, wozu sie dienen und was sie ihm sagen wollen. Zwänge gaben ihm über lange Zeit Schutz vor dem Müll aus der „Vergangenheit“. Er beschreibt auch, dass der Zwang immer mehr Gehorsam fordert und immer größeren Raum des Lebens einnimmt.
Mit Hilfe seiner Therapeuten und durch viel Selbstanalyse gelingt es dem Autor, zu mehr Gelassenheit zu kommen, mehr an sich zu denken, wieder Hobbys nachzugehen, Neues zu wagen und vermeintlichen Stress zu reduzieren. Mit seinem sehr persönlich geschriebenen Buch möchte Dennis Riehle dazu anregen, sich und seinen Zwang zu beleuchten und zu hinterfragen. Der Autor gibt Ratschläge, wie Betroffene lernen können, mehr zu sich selbst zu stehen und sich zu vertrauen.

Autorin der Buchvorstellung: Antonia Peters


 

Oliver Sechting mit Karen-Susan Fessel

Der Zahlendieb: Mein Leben mit Zwangsstörungen

BALANCE buch + medien Verlag 2017, ISBN: 978-3867391252, 191 Seiten, Preis: 16,00 Euro.

Eine Lektüre zwischen Autobiografie und Sachbuch, zwischen Göttingen 1975 und einem zufriedenen Oliver Sechting in 2016, zwischen der Last einer Zwangsstörung und dem befreienden Coming-Out als Homosexueller. Das vorliegende Werk eines Mannes, der es gelernt hat, mit einer Erkrankung einerseits, einer sexuellen Orientierung andererseits nicht nur selbstbewusst, sondern insbesondere herausfordernd umzugehen, fasziniert den Leser. Die rote Linie durch ein junges Leben, das geprägt ist von Verlust eines engen Angehörigen, das vor die wiederkehrende und existenzielle Frage der eigenen Identität gestellt wird und das nicht zuletzt ein Ventil sucht in einer Erkrankung, in der Zweifeln das allerhöchste Gut ist, es reißt denjenigen, der das Buch mit Beklommenheit, Betroffenen und Bewunderung gleichsam verschlingt, auf authentische Art und Weise mit sich.
Sprachlich in einem für jeden gut lesbaren und einem Zwangspatienten nahekommenden Stil der kurzen Sätze, möchte der Leser seinen Stolz ausdrücken für einen Mann, der jeden motiviert, dessen Geheimnis brach liegt. Ihm ist es gelungen, Zwangsstörungen aus der Ecke des Mysteriums zu holen. Der Dompteur der Zahlen ist zum empfindsamen Partner für sein Gegenüber geworden.

Autor der Buchvorstellung: Dennis Riehle


 

Burkhard Ciupka-Schön


Zwänge bewältigen! Ein Mutmachbuch


Patmos Verlag 2017 / ISBN: 978-3-8436-0914-2 / 272 Seiten / Preis: 18,00 Euro

Kurzbeschreibung:
Zwänge beginnen oft im Kindes- und Jugendalter, werden jedoch häufig erst nach Jahrzehnten erkannt und behandelt. Oft haben Betroffene einen langen Leidensweg mit mehreren Therapieanläufen hinter sich. Dabei gibt es sehr gut wirksame Methoden, die Burkhard Ciupka-Schön in seiner psychotherapeutischen Praxis erfolgreich anwendet. Vor allem die Verhaltenstherapie mit Reizkonfrontation erweist sich als äußerst effektiv.
Das Buch vermittelt die wichtigsten Informationen zur Zwangserkrankung, will aber vor allem dazu motivieren, den falschen Sicherheiten des Zwangs zu entkommen. Erfahrungsberichte von Betroffenen, die ihre Zwänge bewältigt haben, runden den kompakten Ratgeber ab und machen Mut, selbst aktiv zu werden.
Es ist ein Buch, das hält, was der Untertitel verspricht, ein Mutmachbuch, das für Betroffene, Angehörige und Interessierte gleichermaßen hilfreich und sehr empfehlenswert ist.


 

Ingrid Bäumer, Barbara Schubert

In meiner Haut - Leben mit Skin Picking

Mabuse- Verlag, Frankfurt a.M. 2016 / ISBN: 9783863213275 / 160 Seiten / Preis:16,95 Euro

Kurzbeschreibung: Millionen Menschen tun es jeden Tag: sie zupfen und drücken an ihrer eigenen Haut, bis Wunden und Narben entstehen. Sie leiden unter Skin Picking (Dermatillomanie), einer kaum bekannten psychischen Störung. Aus Scham kapseln sie sich vom sozialen Leben ab.
Dieses Selbsthilfebuch richtet sich an Betroffene und ihre Angehörigen. Spannende Erfahrungsberichte zeigen den täglichen Kampf gegen den Zwang, aber auch die Lebensgeschichte jedes Skin Pickers. Eine selbst betroffene Therapeutin schildert, wie sie anderen hilft. Inspirierend zeugt der Bildteil von künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Leiden. Fakten und Tipps runden das Informationsangebot ab.


 

Daniel Illy

Ratgeber Zwangserkrankungen: Hilfe für den Alltag

Urban & Fischer Verlag 2016 / ISBN: 978-3437229718 / 151 Seiten / Preis: 19,99 Euro

Kurzbeschreibung:
Dieser Ratgeber informiert über die Zwangsstörung, liefert hilfreiche Strategien, um sich von Zwängen zu befreien, zeigt, wann professionelle Hilfe nötig ist und erklärt, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Der Ratgeber wird durch viele bunte Zeichnungen aufgelockert. Insgesamt ein kompakter Ratgeber, der alle wesentlichen Informationen enthält.


 

 

Hanka Rackwitz mit Petra Cnyrim

Ich tick nicht richtig – Mein Leben mit Zwängen, Ängsten und Macken

mvg Verlag, München 2016, ISBN: 978-3868826593, 192 Seiten, Preis: 16,99 Euro

 

Kurzbeschreibung: "Ich tick nicht richtig" – Mit dieser provokanten Selbstbeschreibung betitelt Hanka Rackwitz ihr Buch über das Leben mit einer Zwangsstörung. Sie greift damit den üblicherweise abwertenden Kommentar anderer Menschen über zwangsbedingte Verhaltensauffälligkeiten auf und macht ihn sich selbstbewusst zu eigen. Sich nicht mehr verstecken wollen und ein jahrzehntelanges Leiden an den Symptomen einer Zwangserkrankung endlich offen zu machen, scheint ein Grundmotiv für das Schreiben dieses Buches gewesen zu sein.
Auch wenn es ihr nach eigenen Angaben nicht leichtgefallen sei, schildert Frau Rackwitz das Entstehen und den Verlauf der Zwangsstörung und gibt damit Einblicke in ihre persönliche Lebensgeschichte. Im frühen Erwachsenenalter setzen Befürchtungen ein, bestimmte Dinge könnten verschmutzt sein und eine existenzbedrohliche Gefahr in sich bergen. Ihre Lebensführung in den folgenden drei Jahrzehnten wird durch diese Ängste entscheidend mitbestimmt. Immer mehr Gegenstände dürfen nicht berührt werden, insbesondere, wenn sie mit dem Boden in Kontakt gekommen sind. So erfährt der Leser, warum Frau Rackwitz, die einigen als Maklerin aus der TV- Sendung „Mieten, Kaufen, Wohnen“ bekannt sein wird, seit Jahren ausschließlich Gummistiefel trägt. Neben der Schilderung weiterer Alltagsbeispiele für den Einfluss der Zwangserkrankung beschreibt Frau Rackwitz die biographischen Hintergründe für die Entstehung der Erkrankung. Zudem schildert die Autorin verschiedenen Therapieversuche, die sie unternommen hat und beurteilt sie hinsichtlich ihrer Wirksamkeit in Bezug auf die Zwangserkrankung.
Das Buch ist in einer lockeren und unterhaltsamen Art geschrieben und bietet Betroffenen eine unverkrampfte Sicht auf ihre eigene Erkrankung, verbunden mit dem Appell der Autorin, den Mut nicht sinken zu lassen, sich trotz der Erkrankung selbst wertzuschätzen und die therapeutische Auseinandersetzung mit der Zwangsstörung zu suchen.

Autor: Thomas Hillebrand


 

Antje Hunger, Heidi Lüttmann

Trichotillomanie
Informationen zum krankhaften Haareausreißen für Betroffene und Angehörige


Hogrefe-Verlag, Göttingen 2016 / ISBN: 9783801723095 / 64 Seiten / Preis: 8,95 Euro

Kurzbeschreibung:
Der unwiderstehliche Drang zum Haareausreißen ist eine psychische Erkrankung und wird als Trichotillomanie bezeichnet. Durch das häufige Reißen an den Haaren können dauerhaft kahle Stellen entstehen, für die sich viele Betroffene schämen. Das allgemeine Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl sind dadurch beeinträchtigt, und es kommt häufig zu einem sozialen Rückzug, was zu massiven Problemen im Privat- und Berufsleben führen kann.
Die unzureichende Aufklärung in der Bevölkerung führt dazu, dass den Betroffenen oftmals nicht klar ist, dass ihre Angewohnheit keine Charakterschwäche, sondern eine behandlungsbedürftige Erkrankung ist.
Der Ratgeber gliedert sich in drei Bereiche. Im ersten Kapitel geht es um die Frage, was Trichotillomanie ist. Im zweiten Kapitel wird beschrieben, warum dieser Drang nicht von allein weggeht. Im dritten Kapitel werden Strategien zur Bewältigung der Erkrankung und Tipps gegen Rückfälle vorgestellt.
Der Ratgeber ist klar und übersichtlich gestaltet. In farbig hinterlegten Kästchen wird das Wesentliche der einzelnen Abschnitte kurz zusammengefasst. Arbeitsblätter, Tabellen und Grafiken erleichtern den Lesern Schritt für Schritt, die Bewältigung der Störung zu planen. Am Ende wird die Trichotillomanie und deren Behandlung anhand eines Fallbeispiels einer Betroffenen beschrieben. Hier wäre es schön gewesen, wenn Betroffene selber zur Wort gekommen wären. Die Sichtweise von Betroffenen auf die eigene Erkrankung unterscheidet sich doch erheblich von der eher nüchternern Beobachtung von Therapeuten. Fazit: Ein mit 64 Seiten kurzer und übersichtlicher Ratgeber, der alles was zur Trichotillomanie wirklich wichtig ist vermittelt.

 

Volker Röseler
Professionelle Pflege bei Zwangsstörungen

Psychiatrie Verlag, Köln 2015 / ISBN: 978-3884146347 / 144 Seiten / Preis: 24,95 EUR

Kurzbeschreibung: Einen Leitfaden, der sich direkt an Pflegekräfte (Co-Therapeuten) wendet, gab es bislang auf dem Büchermarkt nicht. Volker Röseler, der im Sanatorium Kilchberg in der Schweiz als Pflegefachmann tätig ist, hat ein Buch verfasst, das sich direkt an diese Gruppe richtet.
"Sei behutsam, wissbegierig und klar", das ist die Botschaft an alle Pflegenden, denn erst das Verständnis für die subjektive Erlebniswelt von Betroffenen ermöglicht Pflegekräften eine tragfähige therapeutische Beziehung zu Betroffenen. Der Autor erklärt die Erlebniswelt der Betroffenen und schafft so Verständnis für ihre oft fordernden Verhaltensweisen, z.B. die häufige Bitte um Rückversicherung. Erst auf dieser Grundlage kann ein gemeinsames Arbeitsbündnis für den Kampf gegen hartnäckige Zwänge geschmiedet werden. Klare Botschaften und klare Strukturen sind nun mal ein Muss im Umgang mit Menschen mit Zwangsstörungen.
Das Buch orientiert sich an den Leitlinien für die Psychotherapie bei Zwangsstörungen. Strukturiert stellt Röseler die einzelnen Schritte des Pflegeprozesses, von der Informationssammlung über die Durchführung bis hin zur Evaluation. Einen Abschnitt, der sich mit der Pharmakotherapie beschäftigt, enthält dieses Buch nicht, was bei der Zielgruppe völlig in Ordnung ist.
Als Experten für den Alltag können Pflegefachpersonen ambulant wie stationär Betroffene gut unterstützen, mit ihnen Bewältigungsstrategien üben und auch das Expositionstraining begleiten. Mit einem kommentierten Drehbuch für das Expositionstraining und den Downloadmaterialien sind Pflegende für die anspruchsvolle professionelle Pflege von Menschen mit Zwangsstörungen gut gerüstet.
Von der verständlichen Sprache können auch Betroffene profitieren. Durch den sehr alltagnahen Behandlungsansatz der Pflegefachpersonen, gibt es viele Beispiele, die auch für das Verhalten von Angehörigen im Umgang mit Betroffenen hilfreich sein können.


 

Ellen Mersdorf

Alles nur in meinem Kopf - Leben mit Obsessionen und Zwangsgedanken

Balance buch + medien verlag / Köln 2014 / ISBN 978-3-86739-073-6 / 134 Seiten / Preis: 14,95 Euro.

Kurzbeschreibung: Ein „Ohrwurm“ ist das zentrale Thema dieses Buches. Nicht das Insekt, sondern die quälenden und hartnäckigen Zwangsgedanken, unter denen die Autorin leidet und die sie mit dieser Metapher beschreibt. Sie schildert eindringlich und ergreifend, wie diese mit einer unerbittlichen Vehemenz in ihr Leben eingreifen und es verändern. Die Folgen dieser grundlegenden Erschütterung ihres Selbst sind massive Ängste und Depressionen. Die Autorin begibt sich in Behandlung, sucht Linderung und findet zunächst wenig Hilfreiches. Die Zwangsgedanken werden von den Behandlern wie ein Kollateralschaden betrachtet. Es dauert zwei Jahre, bis sie einen Behandler findet, der bei ihr die Diagnose Zwangsgedanken stellt und mit einer leitliniengerechten medikamentösen Therapie beginnt.
Die Autorin, die das Buch unter einem Pseudonym veröffentlicht hat, betont in ihrer Einleitung, dass sie unter Zwängen leidet, die sich ausschließlich in ihrem Kopf abspielen. Sie möchte auf diese besondere Form der Zwangsstörung hinweisen, die mitunter auch in Fachkreisen nicht immer zuverlässig erkannt und behandelt wird, wie sie selbst hat erleben müssen.
Das absolut empfehlenswerte Buch ist spannend und eindrücklich geschrieben, man merkt der Autorin ihren jetzigen Beruf als Journalistin an. Der Leser erfährt aus der Innenperspektive einer Betroffenen, wie sehr die Zwangsgedanken das Leben einschränken. Für selbst Betroffene liegt der Nutzen des Buches darin, sich in den Schilderungen wiederzufinden und von außen die Absurdität des Zwanges deutlicher zu erkennen. Angehörige und Behandler erhalten einen wertvollen Einblick in das innere Drama der Betroffenen und können mehr Verständnis aufbauen.
Frau Mersdorf meistert ihr Leben trotz und mit der Erkrankung, heiratet ihren Freund, bekommt zwei Kinder und geht schließlich ihrem Wunschberuf nach. Sie täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Krankheit sie immer wieder herausfordert und dass es für sie ein wirkliches Happy End mit einem völligen Verschwinden der Zwangsgedanken (noch) nicht gegeben hat.


 

Nicolas Hoffmann, Birgit Hofmann

Wenn Zwänge das Leben einengen

Springer-Verlag Berlin Heidelberg 15. Auflage 2017, ISBN: 978-3-662-52849-5, 153 Seiten, Preis: 19,99 EUR

Kurzbeschreibung:
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen können das Leben völlig lähmen oder ersticken. Von Angst- oder Ekelgefühlen getrieben, sehen sich Betroffene gezwungen, die schrecklichsten Gedanken zu denken oder die unsinnigsten Handlungen auszuführen. So kommt es zu endlosen oder zeitraubenden Kontrollen, etwa ob die elektrischen Geräte ausgeschaltet sind. Oder Betroffene verbringen sehr viel Zeit damit, ihre Hände von vermeintlich gefährlichen Bakterien zu befreien.
Die Autoren zeigen in der 15. Auflage dieses Klassikers, wie Zwangserkrankungen entstehen, welche Formen von Zwangserkrankungen es gibt, welche Möglichkeiten die moderne Psychotherapie bietet, sich allein oder mit Unterstützung eines Therapeuten von diesen lästigen Ritualen zu befreien, wie Angehörige ihrem Partner helfen können. Geschrieben für Zwangskranke und ihre Angehörigen, sowie für Therapeuten und Berater.


 

Susanne Fricke/ Iver Hand 
"Zwangsstörungen verstehen und bewältigen"   
Hilfe zur Selbsthilfe 

Balance buch + medien Verlag, Bonn / 5. Auflage 2010 / ISBN 978-3-86739-001-9 / 144 Seiten / Preis 14,90 €

Kurzbeschreibung:
"Wenn der Zwang einen Befehl erteilt, dann springt Herr Freitag. Der Zwang hat es richtig gut bei Herrn Freitag. Aber warum macht Herr Freitag das mit? Warum schmeißt er den ungeliebten Mitbewohner nicht einfach hinaus? Ja, so einfach ist das leider nicht. Der Zwang zahlt Miete, und Herr Freitag fühlt sich auf diese Miete dringend angewiesen. ..."
Dieses Zitat aus dem Buch von Susanne Fricke und Iver Hand macht das Besondere dieses Buches deutlich. Die Autoren haben den Titel ihres Buches zum Konzept gemacht und die Zwangsstörung, deren Erscheinungsformen, Ursachen sowie Behandlungsmöglichkeiten auf ungewöhnlich leicht verständliche und gelegentlich auch amüsante Weise beschrieben. Erklärtes Anliegen der Autoren ist es, Betroffene "selbst zu Experten für Ihre Zwangserkrankung und Ihre Selbsttherapie" auszubilden, sowie Mut zu machen, eine Therapie auch wirklich zu beginnen.
Die Autoren lassen eigentlich keine Frage unbeantwortet. In diesem Buch finden sich auch Antworten auf häufige Fragen und Schwierigkeiten in der Therapie, auf den Umgang mit Rückfällen und Hinweise auf Hilfe durch medizinisch-psychologische Experten. Selbstverständlich wird auch die Frage beantwortet, was unter der Miete zu verstehen ist, die der Zwang an Herrn Freitag bezahlt.

 

 

Bruce M. Hyman, Cherry Pedrick

Arbeitsbuch Zwangsstörungen
Wie Sie sich von zwanghaftem Verhalten befreien können

G.P. Probst Verlag GmbH, Lichtenau (Westf.) 2013 / ISBN: 978-3-944476-01-8 / 422 Seiten / Preis:28,00 EUR

Kurzbeschreibung
Bei diesem Buch handelt es sich um die deutsche Fassung des in Amerika bereits in der 3. Auflage erschienenen Titels: The OCD Workbook: Your Guide to Breaking Free from Obsessive-Compulsive Disorder. Autoren der Originalausgabe sind der Psychologe Bruce M. Hyman aus Florida und die von Zwängen betroffene Krankenschwester Cherry Pedrick aus Seattle.
Das Werk der beiden Autoren ist mit 422 Seiten deutlich umfangreicher als vergleichbare deutsche Literatur. Das Arbeitsbuch ist nicht als Ersatz für eine psychiatrische oder psychologische Behandlung gedacht, es soll vielmehr eine Behandlung unterstützen oder vorbereiten. Ebenso soll das Buch einen Beitrag zur Aufklärung über Zwangsstörungen für die Betroffenen und deren Angehörige leisten.
Inhaltlich gliedert sich das Buch in vier Kapitel:
Im ersten Teil werden die verschiedenen Gesichter einer Zwangsstörung beschrieben, die Ursachen erklärt und die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie vorgestellt.
Im zweiten Teil geht es mit dem Selbsthilfeprogramm los, dessen Grundlage die anerkannte kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition bildet. Mit Beschreibungen, Beispielen und Arbeitsblättern wird dem Leser das Handwerkszeug der kognitiven Verhaltenstherapie nahegebracht. Auch neuere Ansätze, wie die Achtsamkeit finden in diesem Kapitel Platz.
Im dritten Teil geht es um die Nutzung der beschriebenen Strategien für verschiedene Arten von Zwängen, wie Zwangsgedanken, religiöse Zwänge, Hypochondrie oder Sammelzwänge. Der vierte Teil beschreibt familiäre Probleme und gibt Hilfestellung für Angehörige.
Die vorgestellten Therapieansätzen entsprechen denen, die in Deutschland z.B. durch die Leitlinien anerkannt sind. Teilweise nutzt das Buch Ausdrücke der psychologischen Fachsprache, was bei einem Autorenteam aus Fachmann und Betroffener etwas verwundert. Im Großen und Ganzen ist das Buch aber für alle am Störungsbild der Zwangsstörungen Interessierten gut verständlich. Insgesamt ist es ein sehr ausführliches Buch, welches sich vor allem für Leserinnen und Leser, die mit langen Texten kein Problem haben, eignet.


 

Anonyma

Ich und mein Zwang -
Kampferfahrungen stationär und ambulant

Himmel-Erde-Mensch-Verlag, Lohne 2012 / ISBN: 978-3-943645-02-6 / 113 Seiten / Preis: 9,95 EUR
Dieses Buch ist auch als Hörbuch und E-Book erhältlich

Kurzbeschreibung:
Dieses Buch beschreibt den täglichen Kampf mit dem Zwang, unterschiedliche Therapiemöglichkeiten und Selbsthilfemethoden, aber auch den Umgang des Zwänglers mit sich und seiner Umwelt.
Die Gedankenzwänge begannen schon in der Kindheit immerzu in ihrem Kopf zu kreisen. In der Pubertät kam der Waschzwang hinzu, außerdem die dauernde Vorstellung, sich oder anderen etwas antun zu können, verrückt, gefährlich und unberechenbar zu sein. Bis die Diagnose „Zwang“ endlich gestellt war, hatte Anonyma schon einen weiten, schweren Weg hinter sich, nicht ahnend, wie viele Betroffene unter der gleichen Krankheit leiden. Über Zwänge wird nicht gern geredet, sie sind nach wie vor ein Tabu. Viele Zwangserkrankte leiden still, versuchen ihr Problem vor ihren Mitmenschen zu verbergen und wissen nicht, wo sie Hilfe suchen können. Anonyma wollte sich ihrem Zwang nicht ergeben. Sie suchte und fand Mittel und Wege, ein Leben zu meistern, das ihr in den schlimmsten Zeiten nicht mehr lebenswert erschien.
In 23 kurzen Kapiteln stellt die Autorin verschiedene Ansätze der Therapie vor und beschreibt, was ihr geholfen hat. Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Beschreibung der kognitiven Verhaltenstherapie, sondern auf den vielen Bausteinen des multimodalen Ansatzes, die die Wirkung der Verhaltenstherapie verstärken oder erhalten können. Ergänzt wird das Buch mit Einblicken in das Leben, etwa das Verhalten von Freunden oder das berufliche Fortkommen. Ein Buch von einer Betroffenen für Betroffene, die sich in ihrem täglichen Kampf mit dem Zwang jedenfalls an der einen und der anderen Stelle wiederfinden werden.


 

Katharina Vollmeyer, Susanne Fricke

Die eigene Haut retten -
Hilfe bei Skin Picking

Balance buch + medien / 2. Auflage Bonn 2012 / ISBN: 978-3-86739-071-2 / 136 Seiten / Preis: 14,95 EUR

Kurzbeschreibung:
Endlich gibt es ein Buch zum Skin Picking, das auch Dermatillomanie genannt wird. Obwohl bis zu 5 Prozent der Bevölkerung darunter leiden, kennen selbst Profis die Erkrankung oft nicht. Betroffene kratzen, quetschen immer wieder die eigene Haut auf. Dabei fühlen sie eine starke innere Anspannung, einen Drang, dem sie nicht widerstehen können. Die Haut ist gerötet, es entstehen Verletzungen und Narben, die durch zeitraubende Schminktechniken überdeckt werden.

Die Autorinnen erklären in den ersten Kapiteln anschaulich und verständlich, was Skin Picking ist und dass die Haut der Spiegel der Seele ist. Betroffene berichten, wie sie ihre Erkrankung erleben und wie groß ihre Scham ist, sich zu zeigen, sich Hilfe zu holen. So berichtet Carsten, “Kratze ich nicht, halte ich den Zustand der Unreinheit nicht aus und bekomme Schweißausbrüche. Das Drücken und Kratzen hilft mir, Stress abzubauen, Lebensprobleme auszuhalten und mich zu reinigen.“ Tatjana hat sich das „Hautknippeln“ abgeguckt: „Mein Vater piddelt an seiner Haut rum, das habe ich mir vielleicht abgeguckt, meine beiden Schwestern ebenfalls.“
Im weiteren Verlauf erfährt der Leser, wie er sich in der eigenen Haut wohler fühlen kann. Es werden Techniken vorgestellt, wie „Pflaster um die Fingerkuppe kleben oder Spiegel abhängen“, die Betroffene selbst ausprobieren können. Als sehr hilf- und aufschlussreich habe ich Tipps zur Pflege der Haut empfunden.
Mit dem Kapitel „Die eigene Haut retten: Sich professionelle Hilfe suchen“, wird neben Verhaltenstherapie und Medikamenten auch auf die Behandlung beim Dermatologen oder der Kosmetikerin eingegangen. Am Ende wird auf weiterführende Literatur hingewiesen und ermuntert, sich in Selbsthilfegruppen oder Internetforen mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Mit dem Buch ist den Autorinnen ein sehr interessantes und informatives Werk gelungen. Es wird nicht nur vielen Betroffenen wertvolle Tipps geben, sondern auch dazu beitragen, dass Skin Picking in der Öffentlichkeit bekannter wird.


 

Oelkers - Schink

Ganz zwanglos ?
Wie sich Betroffene und Angehörige aus dem Zwang befreien können

Beltz Verlag, Weinheim, Basel 2010 / ISBN: 978-3621277648 / 196 Seiten / Preis: 22,95 EUR

Kurzbeschreibung:
Jeder prüft einmal nach, ob er die Tür abgeschlossen oder das Bügeleisen abgeschaltet hat. Das ist aber nicht zu vergleichen mit den Einschränkungen, die eine Zwangserkrankung mit sich bringt: Bis zu hundert Mal waschen sich die Betroffenen die Hände, kontrollieren so häufig Türen und Fenster, dass Arbeitsalltag und soziale Beziehungen kaum noch aufrechterhalten werden können.
Der Ratgeber informiert über die Störung, ihre Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten. Es kann auch therapiebegleitend eingesetzt werden: mit Tipps, Checklisten, Dialogbeispiele für die Phasen vor, während und nach der Therapie für die Betroffenen selbst, aber auch die Angehörigen, sowie in der Selbsthilfegruppe.


 

Franziska Hötzel

... und plötzlich glaubte ich mir!:
Mein Weg aus den Kontrollzwängen

Books on Demand / Norderstedt 2010 / ISBN: 978-3839164884 / 80 Seiten / 5,90 EUR

Kurzbeschreibung:
Zwangserkrankungen sind ein schleichendes Problem der Seele. Viele nagende Grübeleien, viele einsame Gedanken und offene Fragen beschäftigen Menschen, die dieses Phänomen in sich spüren. Dieses kleine Buch möchte Mut schenken, Hoffnung wecken und stark machen, den ersten entscheidenden Schritt hinaus aus den Kontrollzwängen zu gehen. Durch einen für alle Beteiligten leicht nachvollziehbaren Erfahrungsbericht, durch kleine Übungsvorschläge und durch das Verständnis einer Betroffenen kann sich hier jeder Kontrollzwängler Mut zu ersten Schritten holen.


 

Steffen Moritz - Marit Hauschildt

Erfolgreich gegen Zwangsstörungen
Metakognitives Training - Denkfallen erkennen und entschärfen

Springer, 3. Auflage Berlin 2016 / ISBN: 978-3662487518 / 179 Seiten / Preis: 29,99 €

Kurzbeschreibung:
Wie denken wir? Wie gehen wir mit Emotionen und ungewollten Gedanken um? Und was, wenn ungewollte Gedanken sich nicht mehr regulieren lassen und wir in eine "Denkfalle" tappen, aus der wir nicht mehr herausfinden? Es gibt charakteristische Denkverzerrungen, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Zwangsstörungen beitragen können. Die Kunst ist es, diese wiederkehrenden Denkfallen zu erkennen und zu "entschärfen".
Dieses Selbsthilfemanual für Menschen mit Zwangsstörungen zeigt Betroffenen anhand zahlreicher unterhaltsamer Beispiele sowie bewährten und neuen Behandlungsstrategien, wie man zwangstypischen „Denkfallen“ (z.B. übermäßige Verantwortungsübernahme, Perfektionismus) entgehen kann.
Eine umfangreiche Materialsammlung leitet Betroffene dazu an, wiederkehrende Denkfallen erst zu erkennen und dann zu „entschärfen“. Alle Materialien sind für die Selbsthilfe erstellt worden, eignen sich jedoch auch als wertvolle Ergänzung für den Einsatz durch Therapeuten. Belege für die Effektivität des Ansatzes wurden bereits in zwei wissenschaftlichen Studien erbracht. Die dritte Auflage wurde um viele neue Übungen erweitert.


 

Hansruedi Ambühl

Frei werden von Zwangsgedanken

Patmos Verlag, Düsseldorf 2008 / ISBN: 978-3-491-40131-0 / 140 Seiten / Preis: 14,90 €

Kurzbeschreibung:
Literatur im Bereich von Zwangsgedanken, die sowohl für den Experten als auch den Betroffenen hilfreich und informativ ist, gibt es bisher noch (zu) wenig. Jetzt gibt es ein weiteres sehr lesenswertes und wertvolles Buch, das von dem Schweizer Psychotherapeuten Hansruedi Ambühl geschriebene und im Patmos-Verlag erschienene Buch „Frei werden von Zwangsgedanken“.
Im ersten Teil dieses Buch wird erfreulich klar definiert, was Zwangsgedanken sind, wie sie entstehen und welche  Auswirkungen sie auf das Leben eines Betroffenen haben können. Der zweite Teil des Buches widmet sich den verschiedenen Möglichkeiten, das Auftreten von  Zwangsgedanken weniger werden zu lassen. Hierbei werden ausführlich verschiedene, viel versprechende Methoden dargestellt, die bereits sehr erfolgreich in der Therapie von Zwangsgedanken angewendet worden sind.
Herr Ambühl hat ein Buch geschrieben, wie es für von Zwangsgedanken betroffene Menschen und ihrem oft komplizierten Denken ideal ist: Er gebraucht einfache und klare Formulierungen, die trotzdem – oder genau deshalb – sehr gut veranschaulichen, welche Formen von Zwangsgedanken es gibt. Es wird in dem Buch eine deutliche Abgrenzung zwischen den eigentlichen, Angst und Unruhe erzeugenden Zwangsgedanken, und Denkzwängen gemacht, die für den Betroffenen den Zweck haben, die durch die Zwangsgedanken entstehenden negativen Gefühle einzudämmen. Es ist hochinteressant und lehrreich, von dieser Unterscheidung zu lesen, und sie hilft Betroffenen, bei sich selbst genauer hinzuschauen, was und wie sie denken.
Hochaktuell ist bei den Therapiemethoden, die sich gegen Zwangsgedanken bewährt haben,  die Methode der Achtsamkeit, die ihren Ursprung in der buddhistischen Meditation hat. Man merkt als Betroffener beim Lesen, dass hier jemand schreibt, der sich sehr gut in der Behandlung von Zwangsgedanken auskennt und aus der Praxis weiß, was wirklich im Kampf gegen Zwangsgedanken hilfreich ist.
Ein gutes und empfehlenswertes Buch! Es besticht durch seine Konzentration auf das Wesentliche. Der Leser kann gut begreifen, wie Zwangsgedanken entstehen, wie sie aufrecht erhalten werden, und warum diese so intensive negative Gefühle erzeugen können, dass sie für den Betroffenen eine regelrechte Qual darstellen. Wenn dann die therapeutischen Methoden zur Reduzierung der Zwangsgedanken dargestellt werden, kann er nachvollziehen, warum gerade diese Methoden hilfreich sind.
Das Buch zu lesen bedeutet, viel konkretes Wissen an die Hand zu bekommen, um die Zwangsgedanken in einem anderen Licht als bisher zu betrachten. Als Betroffener erfährt man beim Lesen Erleichterung, da das, was einen so plagt, nun begreifbar wird und deshalb weniger gefährlich erscheint. 
Mir persönlich Herrn Ambühls Darstellung der Zwangsgedanken-Symptomatik und ihrer Reduzierung besser gefallen , weil er eine Form des Ausdrucks gefunden hat, die klar und deutlich erzählt, was oft so kompliziert erscheint. Wer als von Zwangsgedanken Betroffener das Buch liest, wird sich selbst ein Stück weit besser verstehen lernen. Man erhält bereits beim Lesen das Gefühl, selbst aktiv etwas gegen die Zwangsgedanken unternehmen zu können. Das tut gut und verleiht Mut!
Um es mit den Worten Herrn Ambühls zu sagen „Halten Sie sich stets vor Augen, dass Zwangsgedanken Gedanken und nichts weiter als Gedanken sind.“
Eine Buchbesprechung von Gabriele Raubart


 

Michael Rufer, Susanne Fricke

Der Zwang in meiner Nähe
Rat und Hilfe für Angehörige von zwangskranken Menschen

Huber-Verlag, Bern 2008 / ISBN: 978-3456846101 / 150 Seiten / Preis: 17,95 €

Kurzbeschreibung
Zwangserkrankungen wirken sich erheblich auf das Umfeld der Betroffenen aus. Dieses Buch wendet sich ausdrücklich an Familienangehörige, Partner, Freunde, Arbeitskollegen und andere Menschen, die einem Zwangskranken nahe stehen. Diese sind oft alleine gelassen mit ihren Fragen: Wie kann ich dem Betroffenen am besten helfen? Wie kann ich mich abgrenzen und was mache ich dann mit meinem schlechten Gewissen? Soll ich einmal mit zu seinem Therapeuten gehen? Und was mache ich, wenn er sich nicht helfen lassen will, keine Behandlung aufsucht? Inzwischen halte ich es selber kaum noch aus, was kann ich tun? Diese und viele andere häufig gestellt Fragen werden von den Autoren, die beide jahrelange Erfahrung in der Beratung von Angehörigen und Therapie von Zwangskranken haben, aufgegriffen und verständlich beantwortet. Die Autoren ermutigen Angehörige auch dazu, sich nicht nur um den Zwangkranken, sondern auch um sich selber zu kümmern - um auf diese Weise zu einem hilfreichen Verbündeten gegen den Zwang werden, ohne selbst aus dem Gleichgewicht zu geraten.

 

Antonia Peters (Hrsg.)

Trichotillomanie - Fragen und Antworten zum zwanghaften Haare ausreißen

Pabst Science Publishers, Lengerich 2008 / ISBN: 978-3-89967-425-5 / 160 Seiten / Preis: 15,00 €

Kurzbeschreibung:
Obwohl die Trichotillomanie (zwanghaftes Haareausreißen) mit einer Prävalenzrate von 1% zu den beachtenswerten Störungsbildern zählt, gibt es bislang kaum deutschsprachige Literatur.
Daran grundlegend etwas zu ändern, ist Anliegen dieses Ratgebers, der Antworten auf alle Fragen zur Trichotillomanie gibt. Dieses Buch beschreibt verständlich die Ursachen und Erscheinungsformen, sowie praxisnah die Behandlungsmöglichkeiten. Besonderheiten der Trichotillomanie bei Kindern werden ebenso beschrieben, wie die Hilfe für Angehörige und die Selbsthilfe. Erfahrungsberichte von Betroffenen und Tipps eines Frisörs runden das Buch ab.


 

Susanne Beckmann

Ich besiegte meinen Waschzwang - Innenansicht einer Therapie

Patmos Verlag, Düsseldorf 2008 / ISBN: 978-3-491-40129-7 /180 Seiten / Preis: 14,90 € / Das Buch ist derzeit vergriffen.

Kurzbeschreibung:
Die Geschichte einer Heilung: Ein eindrucksvoller Erfahrungsbericht für Betroffene und Angehörige.
Von Ängsten getrieben verbringt die 22-jährige Studentin Susanne Beckmann den größten Teil des Tages mit Waschen und Desinfizieren ihrer Hände und mit mehrstündigen Duschritualen. Der Waschzwang schränkt ihr Leben immer mehr ein. Schließlich begibt sie sich in eine stationäre Verhaltenstherapie und lernt, sich ihren Ängsten zu stellen und den Zwang zu überwinden.
Mit ihrem bewegenden Erfahrungsbericht liefert die Autorin eine beeindruckende Innenansicht von der »Logik des Zwangs«. Sie beschreibt die Symptome ihrer Krankheit und deren erfolgreiche Behandlung. Ein Buch, das Betroffenen und ihren Angehörigen Mut macht: Der Ausbruch aus dem Zwang ist möglich.

 

David Althaus, Nico Niedermeier, Svenja Niescken

Zwangsstörungen - Wenn die Sucht nach Sicherheit zur Krankheit wird

Verlag: C.H. Beck, München 2. Auflage 2013 / ISBN: 978 3 406 572357 / 240 Seiten / Preis: 19,95 €

Kurzbeschreibung:
Verfasst von einem Psychologen, einem Facharzt und einer Journalistin erläutert das Buch den aktuellen Forschungsstand und die erfolgreichsten Therapieansätze.
Es vermittelt Betroffenen und deren Angehörigen, aber auch Medizinern und Psychologen das nötige Hintergrundwissen, um sich mit der Krankheit aktiv auseinanderzusetzen.
Die Autoren zeigen, dass hinter jeder Bewältigung einer Zwangsstörung ein individuell gestalteter Therapieprozess liegt. Auch wenn viele standardisierte Vorgehensweisen vorliegen und einige Medikamente Besserung versprechen, so muss doch die richtige Therapie mit jedem einzelnen Betroffenen immer wieder neu gefunden werden. Die anschauliche Schilderung individueller Bewältigungswege macht Betroffenen Mut, sich auf die Suche nach Lösungen aus der Zwangserkrankung zu begeben, statt weiterhin im vertrauten, aber starren System ihres Zwangssystems zu verharren.
Mit einem Vorwort von Antonia Peters, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen.


 

 

Christoph Wölk

Talk to him!

Ein interaktives Programm zur Selbsthilfe bei Zwangsstörungen
Hörbuch/DVD, 12,90 €
Balance buch+medien Verlag, ISBN:
978-3-86739-028-6

Das Buch "Zwangsstörungen verstehen und bewältigen" ist auch als Kombipaket mit dem interaktiven Programm auf CD-Rom von Christoph Wölk "Talk to him!" erhältlich. Hörbuch/DVD, 1. Auflage, 2007, 144 Seiten / CD-ROM, Preis: 24,90 €, ISBN: 978-3-86739-029-3


 

G. Gielen, S. Bracht, H. Reinecker

Ich bezwinge meinen Zwang
Auseinandersetzung mit einem Waschzwang


Pabst Science Publishers, Lengerich 2005 / ISBN: 3-89967-223-2 / 191 Seiten / Preis 15,- €

Kurzbeschreibung:
Dieses Buch ist des Lesens sehr wert. Das Buch beschreibt eindrucksvoll, was den Zwangserkrankten in einer stationären Therapie erwartet. Gerade denjenigen Betroffenen, die unsicher sind, ob sie eine Therapie wagen sollen, will der Autor die Ängste nehmen. Sie werden sich am Ende mit dem Autor die Fragen Stellen: " Was habe Sie zu verlieren?"  Ich denke: nichts! Was können Sie gewinnen? Ich denke: Ein lebenswertes Leben!
Rezession von Wolf Hartmann =>>hier

 

PD Dr. med. Katarina Stengler

Zwänge verstehen und hinter sich lassen

TRIAS, Stuttgart. 2007
ISBN 978 3 8304 3389 7
152 Seiten - Preis: 17,95 €

Kurzbeschreibung:
Ein wichtiges Buch für Betroffene und ihre Angehörigen. Es macht Mut, zeigt Strategien auf und gibt wertvolle Tipps, wie Betroffene und Angehörige sich gegen den Zwang stellen und ihren persönlichen gesunden Freiraum wieder zurückerobern können.
Die Autorin gibt Antworten auf Fragen, die Betroffene vielleicht aus Scham oder Peinlichkeit nie offen gestellt haben. Es wird verständlich beschrieben, wie Zwänge entstehen, womit sie am Leben gehalten werden und mit welchen Strategien sie in den Griff zu bekommen sind. Bemerkenswert ist die Klarheit, mit der die Autorin die Exposition schildert und damit tiefe Einblicke in die "Kunst" der Therapeuten gewährt.
Partner und Angehörige sind wichtige Wegbegleiter, fühlen sich aber oft zerrissen zwischen Hilfestellung und Überforderung. Dieses Buch zeigt die Regeln im Kampf gegen den Zwang und wie Angehörige sich selbst nicht aus den Augen verlieren.
Das Ziel des Buches lohnt: Zurück zu einem genußvollen und zwangsarmen Leben.


 

Susanne Fricke

Umgang mit zwangserkrankten Menschen

Psychiatrie-Verlag Bonn 2007 - ISBN: 978-3-88414-430-5
128 Seiten - 14,90€

Kurzbeschreibung:
Ein kleines Handbuch für Therapeuten. Menschen mit einer Zwangserkrankung bringen ihre therapeutischen Helfer nicht selten »auf die Palme«. Deshalb hält sich hartnäckig die Ansicht, dass diese Erkrankung schwer zu behandeln sei. Klar, systematisch und in komprimierter Form zeigt Susanne Fricke Wege auf, wie man konstruktiv mit ihnen umgehen kann, ohne sich selbst nerven zu lassen. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von Aspekten, die für die praktische Arbeit mit Zwangserkrankten wichtig sind: motivieren, abgrenzen, stärken. Voraussetzung für die Lektüre dieses Buches sind gute Augen, weil die Schrift ausgesprochen klein gedruckt ist.


 

Dennis Riehle

Der Zwang zur Freiheit

Wagner Verlag Gelnhausen 2007
ISBN 978-3-86683-236-7
77 Seiten
Preis: 11,60 €

Kurzbeschreibung:
Der Autor, der selbst an Zwangsstörungen leidet, beschreibt wie sehr wir durch alltägliche Zwänge eingeengt und gelenkt werden. Er sieht darin einen Grund für die zunehmende Ausbreitung des Krankheitsbildes. An seiner eigenen Geschichte erläutert er, wie sehr die Freiheit bei Zwangspatienten im Nichts verschwindet. Anhand seiner Erfahrungen in der Therapie macht der Autor Vorschläge, wie man sich gegen das Berauben der eigenen Freiheit widersetzen kann.


 

Hans Reinecker
Ratgeber Zwangsstörungen.
Informationen für Betroffene und Angehörige

Hogrefe-Verlag
Erscheinungsdatum: April 2006
ISBN: 3801719332

Das neue Buch Prof. H. Reineckers ist ein Ratgeber zum großen Thema „Zwangsstörungen“ und für Betroffene und Angehörige geschrieben, die sich erste Kenntnisse zu ihrer Krankheit aneignen wollen bzw. sich fragen, was für Ursachen das zwanghafte Verhalten von Betroffenen haben kann und welche Hilfestellungen möglich sind. mehr=>>

 


 

Ulrike S. / Hans Reinecker
ABC für Zwangserkrankte -
Tipps einer ehemals Betroffenen

Vandenhoeck&Ruprecht 2006
ISBN: 3-525-46263-8 / Preis: 14,90 €

Der Titel "ABC für Zwangserkrankte" ist bei diesem Werk wörtlich zu nehmen. Die Autoren haben Schlüsselbegriffe rund um die Zwangsstörung alphabetisch geordnet und einzeln beschrieben. Es ist ein kleines Lexikon entstanden, an dem sich Betroffene und Angehörige bei Ihrem Weg aus der Erkrankung hilfreich orientierten können. Mehr=>>


 

Christoph Wölk, Andreas Seebeck
Brainy, das Anti-Zwangs-Training
Ein computergestütztes Übungsprogramm zur Überwindung von Zwangshandlungen und Zwangsgedanken                

Pabst Science Publishers
Erscheinungsjahr: 2002
ISBN: 3-935357-10-9

Kurzbeschreibung:
Buch und CD-ROM können in zweifacher Hinsicht bei der Psychotherapie von Zwangsstörungen mit Erfolg eingesetzt werden. Hierzu enthält das Buch zum einen eine patientengerechte Darstellung, wie Zwangsstörungen entstehen, was sie aufrechterhält und auf welche Weise verhaltenstherapeutische Interventionen dabei hilfreich sind, sie zu überwinden. Zum anderen befindet sich auf der dem Buch beiliegenden CD-ROM das für den PC unter Windows (95, 98, NT, 2000, XP) entwickelte “Anti-Zwangs-Training (AZT)”. Dieses umfasst zum einen den “OCD-Trainer”, bei dem der virtuelle Co-Therapeut “Brainy” den Patienten dazu anleitet, in seiner häuslichen Umgebung regelmäßige Expositions-(Konfrontations-) Übungen gegen den Zwang durchzuführen. Darüber hinaus beinhaltet das AZT eine Software, die es ermöglicht, sich durch auditiv-visuelle Expositionsübungen von Zwangsgedanken zu befreien. Das gleiche Programm kann auch in der therapeutischen Behandlung anderer psychischer Störungen, wie z.B. Ängste, Depressionen oder Essstörungen, gute Dienste leisten, denn es ermöglicht dem Patienten selber etwas zur Überwindung seiner Erkrankung zu tun. Durch das wiederholte Anhören von selbstaufgesprochenen Merksätzen gelingt es ihm, bei sich (wieder) “gesunde” Denkweisen zu etablieren. Von besonderem Interesse für Behandler dürften darüber hinaus die in dem Buch dargestellten Überlegungen sein, wie sich Psychotherapie durch den Einsatz von patientengerecht gestalteten PC-Programmen bereichern und in ihrer Effizienz steigern lässt.

 


 

Hansruedi Ambühl
Wege aus dem Zwang
Wie Sie Zwangsrituale verstehen und überwinden

Patmos Verlag GmbH&Co.KG
Walter Verlag, Düsseldorf und Zürich
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN 3-530-40165-X

Kurzbeschreibung:
Der Psychotherapeut Hansruedi Ambühl stellt in diesem Ratgeber ausgehend von seiner langjährigen Erfahrung umfassend und verständlich die verschiedenen Krankheitsbilder der Zwangsstörung dar. Er zeigt zunächst die unterschiedlichen Erscheinungsformen, mögliche Ursachen und Verlaufsformen von Zwängen auf. Diese erklärt er an Hand von Fallbeispielen und zeigt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung auf.
Checklisten und Anleitungen, sowie viele Tipps geben Betroffenen wie auch Angehörigen Hilfestellungen zum Erkennen und zur Behandlung der Erkrankung.

 


 

Felix Leps
Zange am Hirn
Geschichte einer Zwangserkrankung

Psychiatrie-Verlag
Neuauflage: 2007, Preis 14,90 €
ISBN: 3884142623

Kurzbeschreibung:
In seinem Buch beschreibt Felix Leps äußerst präzise Beginn, Verlauf, Behandlung und langsame Besserung einer massiven Zwangsstörung. Dazu kommt eine genaue Darstellung der mit dieser schweren psychischen Erkrankung verbundenen Verhaltensmuster, die ihm über Jahre das Leben verkompliziert haben. Für Ärzte, Psychologen, aber auch andere Zwangspatienten ist sicherlich besonders diese Schilderung von ganz besonderem Nutzen, gewährt sie doch einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Betroffenen.

 


 

Ratgeber für Kinder und Jugendliche

 

 

Oliver Sechting, Eva Hidalgo

Frederic, der Zahlenprinz
Ein Bilderbuch über Ängste und Zwänge und ihre Überwindung

Riva-Verlag, München, 2020, ISBN: 978-3742315762, 32 Seiten, Preis: 14,99 Euro

Kurzbeschreibung: Oliver Sechting beschreibt in seinem Bilderbuch in für Kinder ab dem Alter von sechs Jahren sehr verständlicher Sprache die Entstehung einer Zwangssymptomatik im Kindesalter am Beispiel eines Zählzwangs, und wie dadurch Familie, Schule und die Beziehungen zu Gleichaltrigen beeinträchtigt werden. Dadurch, dass der Junge, der den Zählzwang entwickelt, ein Prinz ist, bekommt die Geschichte etwas Märchenhaftes, ohne jedoch unwirklich zu wirken. Dass sich Frederic erst seinem Vater anvertraut, nachdem dieser ihn bei der Durchführung seines Zählzwangs gesehen hat und ihn darauf anspricht, zeigt auf, wie schambesetzt die Symptomatik meist für das betroffene Kind ist. Dann ist es besonders wichtig, dass Eltern ihrem Kind verdeutlichen, dass es sich für seine Zwangsproblematik nicht schämen muss. Dies sagt auch Frederics Vater seinem Sohn. Entsprechend dem Märchencharakter der Geschichte erhält der Prinz Unterstützung von der Dorfältesten, die historisch betrachtet als erfahrene „weise“ Frau durchaus die Rolle einer Psychotherapeutin einnehmen konnte.
Die verhaltenstherapeutischen Behandlungsschwerpunkte Bearbeitung der die Zwangssymptomatik mitbedingenden und/oder aufrechterhaltenden Faktoren sowie Exposition mit Reaktionsmanagement werden entsprechend dem Alter der Zielgruppe dieses Bilderbuches mittels Florinas Vorgehensweise in den Treffen mit Frederic sehr verständlich beschrieben. Dass für ein Kind das ausdrückliche Nicht-Durchführen einer Zwangshandlung häufig sehr belastend ist und viel Mut erfordert, zeigt die Beschreibung, wie schwer Frederic das Nicht-Durchführen des Zählzwanges fällt, da dann die Angst bezüglich seiner Familie wieder zunimmt. Das gute Märchenende verdeutlicht, dass man seine Zwangsproblematik mit entsprechender Unterstützung bewältigen kann und macht damit betroffenen Kindern und ihren Eltern die berechtigte Hoffnung auf Besserung oder Befreiung von der Symptomatik.
Eva Hidalgo hat die Geschichte von Frederic mit sehr intensiven Farben im Stil von bunten Scherenschnitt-Collagen kindgerecht und sehr ausdrucksstark illustriert.
Im Anschluss an die Geschichte sind auf einer Seite wichtige Informationen zu Zwangsstörungen im Kindesalter kompakt dargestellt.
Ich freue mich sehr, dass endlich ein Bilderbuch zu Zwangsstörungen vorliegt, in dem sich betroffene Kinder wiederfinden können.
Autorin der Buchvorstellung: Hildegard Goletz

 

Hildegard Goletz, Manfred Döpfner, Veit Roessner

Zwangsstörungen (Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie)

Hogrefe Verlag, Göttingen 2018 - ISBN 978-3801726454 - 191 Seiten - Preis: 24,95 Euro

Kurzbeschreibung: Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen stellen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie auch für deren Bezugspersonen häufig eine extreme Belastung dar. In der Folge kann es zu starker Verzweiflung, zu Aggressionen sowie zu Beeinträchtigungen schulischer oder beruflicher Beziehungen sowie in Gleichaltrigen- oder auch Paarbeziehungen kommen. Der Leitfaden beschreibt praxisorientiert das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter.
Dieses Buch richtet sich in erster Linie an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater, Kinder- und Jugendmediziner, Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Schulpsychologen, (Sozial-) Pädagogen, Mitarbeiter in Familienberatungsstellen sowie, wegen der Fallbeispiele auch für Angehörige, die sich bereits mit dem Thema Zwangsstörungen beschäftigt haben und mehr über das Thema erfahren wollen.


 

Tamara Ireland Stone

Mit anderen Worten: ich
Deutsche Übersetzung von Sandra Knuffinke und Jessika Komina.

Magellan Verlag Bamberg, 2016, ISBN 978-3-7348-5021-9, 336 Seiten, Preis 16,95 Euro

Die 16-jährige Ich-Erzählerin Samantha leidet seit fünf Jahren an einer Zwangserkrankung. Sie hat Zwangsgedanken, wenn sie eine Schere oder ein Messer halten soll. Vor allem hat sie ein „spezielles Verhältnis zur Zahl Drei“: In angespannten Situationen kratzt sie sich dreimal im Nacken, und der Kilometerzähler ihres Autos muss am Ende einer Fahrt die Zahl Drei im letzten Feld zeigen, sodass Samantha immer wieder Umwege fahren muss. Schlafen kann Samantha nur mit Hilfe von Medikamenten, da sich das Gedankenkarussell in ihrem Kopf Tag und Nacht dreht. Ihre Mutter und ihre Therapeutin unterstützen sie liebevoll und einfühlsam.
Samantha begegnet der geheimnisvollen Caroline, der sie sich erstaunlich schnell offenbaren kann. Sie folgt ihr in einen abgelegenen Keller, in welchem sich einige Schüler heimlich treffen, um sich selbstgeschriebene Gedichte vorzulesen. In dieser „Dichterecke“ trifft sie AJ. Mit Entsetzen erinnert sie sich, dass sie und ihre Freundinnen ihn vor Jahren wegen seines Stotterns grausam gehänselt haben. Es gelingt Samantha, sich aufrichtig bei ihm zu entschuldigen, und es entwickelt sich eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen den beiden.
Die Autorin hat sich intensiv mit dem Thema Zwangsstörungen bei Jugendlichen und deren Therapie befasst. Samanthas Zwangserkrankung ist aber nur ein Thema dieses wunderbaren Jugendbuches. Es beschreibt das Erwachsenwerden eines jungen Mädchens, das lernt, zwischen echten und falschen Freunden, zwischen Oberflächlichkeit und Authentizität zu unterscheiden.
Die Annäherung zwischen Sam und AJ, Ängste und Unsicherheiten einer ersten Liebe sind mitreißend beschrieben. Samantha lernt, mit Fehlern umzugehen und sich selbst zu verzeihen. Sie findet den Mut zur Offenheit und sie lernt, Worte nicht mehr nur als Endlosschleifen in ihrem Kopf, sondern auch als heilende Kraft zu erleben.
Das Buch wendet sich an Jugendliche, es zieht aber auch Erwachsene in seinen Bann. Es ist so spannend geschrieben, dass man es kaum aus der Hand legen mag. Fazit: Unbedingt empfehlenswert!

Autorin der Buchvorstellung: Julia Barthe


 

 

Lena Hach

Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis

mixtvision Verlag, München 2016 / ISBN: 978-3958540552 / 300 Seiten / Preis: 12,90 Euro

Kurzbeschreibung: Als eine neue Familie ins Haus nebenan zieht beschließt Paul, das gleichaltrige Mädchen Tessa zu observieren. Schnell stellt er fest, dass Tessa tatsächlich viele Geheimnisse verbirgt. Warum geht sie viel früher als alle anderen in die Schule? Warum zählt Tessa einfach alles? Die vom Baum gepflückten Kirschen, die Erbsen auf dem Teller und die Bücher im Regal? Und es gibt noch einen Grund, Tessa näher unter die Augen zu nehmen: Paul hat sich in Tessa verliebt.
Tessa und Paul knüpfen erste freundschaftliche Kontakte beim nachmittäglichen Federball spielen. Später offenbart sich Tessa gegenüber Paul mit ihrer Zwangsstörung, weshalb sie regelmäßig eine Psychologin aufsuchen muss. Paul lernt, dass er Tessa bei ihren Zwängen nicht unterstützen darf.
Mit diesem Roman ist Lena Hach eine sehr schöne Verknüpfung der heilen Welt, die aus einer Kleinstadtidylle, Eisdiele, Federball, Kakao und ausnahmslos netten Jugendlichen besteht, mit dem ernsten Thema der Zwangsstörung gelungen. Die Zwänge sind ein Teil der Geschichte, sie dominieren aber die wirklich schöne, facettenreiche Geschichte nicht.
Das Buch eignet sich besonders für Kinder und Jugendliche am Beginn der Pubertät, egal ob sie Zwänge haben oder nicht. Auch Erwachsenen bereitet dieses Buch viel Freude beim Lesen. Die Autorin hat ihren Roman so einfühlsam geschrieben, dass Tessas Zwänge keine Angst machen, sondern die Toleranz gegenüber den Eigenheiten anderer fördert. 

Autor: Wolf Hartmann


 

Susanne Fricke, Katharina Armour

Dem Zwang die rote Karte zeigen
Ein Ratgeber für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern

BALANCE buch + medien verlag, Köln 2014 / ISBN: 978-86739-085-9 / 142 Seiten / 17,95 EUR

Kurzbeschreibung: Leonie, Ben, Mia, Fatima, Phillip und Max. Diese und weitere Kinder zwischen 9 und 16 Jahren erzählen in diesem Buch von ihren Zwängen, weil sie anderen Kindern helfen wollen, ihre Zwangserkrankung zu bewältigen. Gemeinsam ist ihnen allen ihre großes Leid, dass die Erkrankung ihnen und ihren Familien zufügt. Sehr unterschiedlich dagegen sind die Themen, um die sich ihre Zwänge drehen.
Im ersten Teil des Ratgebers wird in verständlicher und kindgerechter Sprache erklärt, was Zwänge sind und welche Arten von psychotherapeutischer und medikamentöser Hilfe es gibt. Anhand der Beispiele der erkrankten Kinder, die den Leser wie ein roter Faden durch das Buch begleiten, bekommen die Kinder und ebenso die erwachsenen Leser eine Einsicht und ein Verständnis für das Krankheitsbild.
Im zweiten Teil wird der Ratgeber zu einem richtigen Arbeitsbuch, mit dem auch jüngere Kinder lernen können, ihre Zwänge zu verstehen. Alles, was man in einer Therapie zusammen mit dem Therapeuten erarbeitet wird, wird hier erklärt, um selbstständig daran arbeiten zu können.
Kinder, die auf einen Therapieplatz warten, können so die Wartezeit bestens mit dem Durcharbeiten dieses Buches überbrücken. Denn wer schon vieles weiß, kann in einer späteren Therapie viel Zeit sparen und schneller mit Übungen gegen den Zwang beginnen. Mit Hilfe des Buches lernen die erkrankten Kinder genau das, was der Titel erhoffen lässt, nämlich wie es möglich ist, dem Zwang, der hier als Zwangsmonster vorgestellt wird, die rote Karte zu zeigen.
Nicht nur für Kinder, auch für ihre Eltern ist dieses Buch ein großer Gewinn. Neben allen Informationen, die auch das Kind bekommt, erfahren sie, was in der Therapie gelernt und geübt wird und wie sie ihrem Kind dabei hilfreich zur Seite stehen können. Dazu bekommen in einzelnen Blöcken immer wieder konkrete Hinweise zum Umgang mit dem erkrankten Kind.
Ganz zum Schluss geben die Autoren dann auch noch Antworten auf die drängendsten und quälendsten Fragen der Kinder und Eltern: Warum ich und nicht meine Schwester?, Werden die Zwänge jemals ganz weggehen?, Habe ich in der Erziehung etwas falsch gemacht?, Was tue ich, wenn mein Kind nicht einsieht, dass es Hilfe braucht? Ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Buch.


 

Gunilla Wewetzer, Christoph Wewetzer

Ratgeber Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Informationen für Kinder, Jugendliche und Eltern

Hogrefe Verlag Göttingen 2014 / ISBN 978-3-8017-2547-1 / 112 Seiten / 14,95 EUR

Kurzbeschreibung: Der Ratgeber Zwangsstörungen richtet sich an eher ältere Kinder oder Jugendliche und stellt dabei eine gewisse Anforderung an die Kognitionsfähigkeit des Kindes und seine Selbstständigkeit. Neben den Texten, in denen die Kinder einfühlsame Ansprache erfahren und ernst genommen werden, ist die Informationsdarbietung gerade im ersten Teil des Ratgebers immer wieder auch recht formal. Es gibt Tabellen und schematische Darstellungen. Inhaltlich bleiben die Autoren dem psychotherapeutischen/ psychiatrischen Fachsprachgebrauch treu, den sie jedoch immer auch kindgerecht übersetzen.
Die Autoren gehen auf alle Aspekte einer Zwangsstörung ein. Während es im vorderen Teil des Ratgebers um die Merkmale, die Entstehung, die Häufigkeit und den Verlauf geht, orientiert sich der hintere Teil an der Behandlung und erklärt die Vorgänge im professionellen Setting.
Die Autoren erklären dort die Expositionstherapie und weitere kognitive Therapien, in denen es um Denkfehler, Bewertungen und Einstellungen geht. Auch werden hier die Unterschiede zwischen der ambulanten, teilstationären und stationären Behandlung sowie einzelne Medikamente beschrieben. Des Weiteren geht es um ergänzende Therapien und die Zeit nach der Therapie. Im Anhang finden sich dann 4 ausführliche Fallbeispiele, die die Unterschiedlichkeit der Erkrankung und der Therapieverläufe veranschaulichen sollen.
Im mittleren Teil, in dem es um die Selbsthilfe für Kinder und Eltern geht, empfehlen die Autoren den betroffenen Kindern sich ihren Zwang als ein Wesen vorzustellen, mit dem sie kommunizieren können. Sie selbst haben hierfür den Poltergeist Puck entwickelt. Daneben werden verschiedene Übungen zum Eingrenzen der Zwänge vorgestellt, worunter sich auch die so genannte Assoziationsspaltung nach Moritz und Hauschildt befindet. Im Verlauf des gesamten Ratgebers werden immer wieder einzelne Kinder mit ihren Zwängen vorgestellt, wodurch die Informationen und Übungsanleitungen plastischer und verständlicher werden. Außerdem werden am Ende jedes Kapitels eine Reihe von Fragen beantwortet, die besonders die Eltern der erkrankten Kinder beschäftigen. Ein sehr kompetenter und umfassender Ratgeber.


 

Sigrun Schmidt-Traub

Zwänge bei Kindern und Jugendlichen
Ein Ratgeber für Kinder und Jugendliche, Eltern und Therapeuten

Hogrefe 2006 / ISBN: 3-8017-1979-0 / 160 Seiten / Preis: 16,95 €

Kurzbeschreibung:
Das Buch ist wissenschaftlich fundiert, stellt also verhaltenstherapeutische Behandlungsmöglichkeiten ins Zentrum. Der 1. Teil richtet sich an erwachsene Leser, der 2. Teil an betroffene Kinder und Jugendliche. Gleich im 1. Satz dankt die Autorin den Betroffenen, von denen sie lernen durfte. Diese Praxisnähe mit gut verständlicher Sprache und konkreten Hinweisen zur Selbsthilfe durchzieht das Buch. Es wird kein Vollständigkeitsanspruch erhoben, ohne dadurch oberflächlich zu werden. So finden sich im Anhang zusätzlich detaillierte Informationen zur Hirnforschung, Diagnostik und medikamentösen Therapie bei Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter.
Für 162 Seiten mit übersichtlichem Layout (Merksprüche, zahlreiche Fallbeispiele grau unterlegt) zahlt man gut investierte 16,95 Euro. Obwohl es für suchende Betroffene (Eltern von) Kinder(n) und Jugendliche(n) schön sein kann, im Titel direkt angesprochen zu werden, ist das Buch auch für erwachsene Betroffene zu empfehlen, vielleicht auch eine Einladung, wenn die Kinder als Symptomträger zuerst vorstellig werden, dass die nicht selten ebenfalls betroffenen Eltern die Chance ergreifen und Zwangssymptome bearbeiten. Als Therapeut in der Kinder- und Jugendpsychiatrie freue ich mich darauf, künftig mit allen Beteiligten ein gemeinsames Buch lesen zu können.


 

Fachbücher und Manuale

 

 

Nicolas Hoffmann / Birgit Hofmann

Expositionszentrierte Verhaltenstherapie bei Ängsten und Zwängen

Beltz-Verlag 4. Auflage 2018, ISBN: 978-3-621-28536-0, 312 Seiten, Preis: 49,95 Euro

Dr. Nicolas Hoffmann ist seit über 30 Jahren Verhaltenstherapeut, Dozent und Supervisor. Mit seinen zahlreichen Publikationen zählt er gewiss zu den Klassikern in der Autorenszene zu Zwangsstörungen. Im Ansatz von Hoffmann und Hofmann wird Exposition nicht als reine Gewöhnung konzipiert, vielmehr als aktive Bewältigung und positive Lernerfahrung mit der Annahme und Toleranz von Angst. Anhand von Dialogen zwischen Therapeut und Patient demonstrieren die Autoren  anschaulich, wie Patienten ihre Störung überwinden können und wieder in die Lage versetzt werden, ihr Leben aktiv nach ihren wahren Bedürfnissen zu gestalten. Das Buch gliedert sich in ein einführendes Kapitel, in dem Theorie und Praxis der Exposition beschrieben werden. In 12 weiteren Kapiteln werden einzelne Erscheinungsformen von Ängsten, Phobien und Zwangsstörungen detailliert beschrieben und deren Behandlung einschließlich der Exposition differenziert dargestellt.
Dieses Buch eignet sich in erster Linie für Therapeuten, die ihre Strategien bei der Exposition reflektieren oder überprüfen wollen. Es ist sicher ein durchaus wertvolles Werk, das viele Aspekte der Störungen und deren Bewältigung erklärt. Leser sollten sich auf jeden Fall viel Zeit für die Lektüre nehmen, weil sonst die vielen Informationen nicht erfassbar sind.
Autor der Buchvorstellung: Wolf Hartmann


 

Susanne Fricke

Therapie-Tools Zwangsstörungen

Beltz-Verlag 2016 / ISBN: 978-3-621-28355-7 / 318 Seiten / 39,95 Euro

Kurzbeschreibung:
Susanne Fricke macht deutlich, dass Zwänge durchaus gut behandelbar sind. Im Vorwort geht die Autorin auf die noch immer unzureichende Versorgung von Zwangspatienten mit einer leitliniengerechten Behandlung ein. Sie nennt die positiven Erfahrungen aus ihrer eigenen therapeutischen Praxis, um den Leser zu motivieren, sich gegenüber der Therapie von Menschen mit Zwangsstörungen aufgeschlossener und optimistischer zu zeigen.
Auf verhaltenstherapeutischer Grundlage werden zahlreiche Informations- und Arbeitsblätter zur Verfügung gestellt, die als Anregung und Unterstützung für einzelne Therapieabschnitte genutzt werden und durch die gesamte Therapie leiten – von der Eingangsphase über die Planung und eigentliche Behandlung bis hin zur Abschlussphase. Die zahlreichen dargestellten Therapiestrategien entsprechen dem State-of- the-Art und umfassen alle wichtigen kognitiven Interventionen zur Veränderung von Fehlbewertungen und dem Aufbau der Fähigkeit zur Zwangsdistanzierung. Das Kernelement der Behandlung - die Exposition - wird detailliert beschrieben. Einige Besonderheiten, die eine Exposition bei Zwangsstörungen von Expositionen z.B. bei Phobien unterscheidet, werden von der Autorin kenntnisreich aufgeführt. Auch differentielle Empfehlungen für die unterschiedlichen Unterformen der Zwangsstörung fehlen nicht.
Die hohe praktische Relevanz des Buches liegt in der übersichtlichen Darstellung jeder einzelnen Intervention: der Leser erhält zunächst eine kurze Einführung in das Ziel der Intervention, gefolgt von hilfreichen Anregungen für die konkrete Durchführung. Diese sind angereichert mit Fallbeispielen und konkreten Formulierungsvorschlägen. Informationsblätter, die der Patient auch mit nach Hause nehmen kann, runden die jeweilige Therapieeinheit ab.
Aufgrund des modularen Charakters des Buches finden sowohl Anfänger in der Behandlung von Zwängen als auch erfahrene Therapeuten wichtige Anregungen und hilfreiche Unterstützungen, die im Therapiealltag sofort umgesetzt werden können.


 

Igor Tominschek, Michael Zaudig, Claudia Mehl, Evi Vant, Walter Hauke

Gruppentherapie bei Zwangsstörungen - Ein verhaltenstherapeutisch-systemischer Leitfaden

Hogrefe Verlag 2016 / ISBN: 978-3801726133 / 203 Seiten / Preis: 34,95 Euro

Kurzbeschreibung: Einige Aspekte der Zwangsstörung sind bei allen Patienten ähnlich. Trotzdem fordert diese Erkrankung die Behandler insbesondere durch ihre Heterogenität bezüglich der Themen (z.B. Angst vor Verschmutzung vs. Magisches Denken), sowie durch die Unterschiedlichkeit der Krankheitskonzepte auf Seiten der Patienten (z.B. Entstehungsbedingungen) heraus. Dieser Kontrast zwischen Ähnlichkeiten auf der einen und heterogenen Inhalten und Krankheitskonzepten auf der anderen Seite kann besonders gut in einem gruppentherapeutischen Setting aufgegriffen werden. In diesem können die Patienten Gemeinsamkeiten erarbeiten, aber auch durch verschiedene Auffassungen und Konzepte das Krankheitsverständnis vielseitig beleuchten.
Der vorliegende verhaltenstherapeutisch-systemische Leitfaden von Tominschek, Zaudig, Mehl, Vant und Hauke zur Gruppentherapie bei Zwangsstörungen ist eine sehr gut durchdachte und anschaulich beschriebene Anleitung zur multimethodalen gruppentherapeutischen Arbeit bei Zwängen. Die Autoren erklären zu Beginn sehr verständlich, was Zwangsstörungen sind, wie diese diagnostiziert und differenzialdiagnostisch unterschieden werden können. Der Hauptteil des Leitfadens besteht aus dem anschaulich beschriebenen Therapieplan für das teilstationäre Setting, welcher durch vielfältige Gruppenangebote (z.B. Bilanzgruppen, Expositionstrainings, aber auch Achtsamkeitsübungen und Kunsttherapie) gefüllt wird. Zum Schluss wird ein Fallbeispiel beschrieben, in welchem die Vorgehensweise und der Therapieverlauf einer Patientin sehr schön dargelegt werden. Weitere Fallbeispiele, die die Heterogenität der Zwangsstörung über die verschiedenen Zwangsinhalte und mögliche Besonderheiten bei diesen abbilden, wären sicher ein weiteres i-Tüpfelchen gewesen.
Insgesamt haben die Autoren ein sehr gelungenes Konzept entwickelt. Der Leitfaden überzeugt durch die gut strukturierte Ausarbeitung der einzelnen Methoden und viele Dialogbeispiele für die Praxis, wodurch es anwendungsfreundlich für den Behandler wird. Die beigefügte CD-ROM enthält alle wichtigen Therapiematerialien zum Kopieren. Die Kombination aus verhaltenstherapeutischen und systemischen Methoden sowie der engmaschige Einbezug der Angehörigen in die Therapie stellen besondere Stärken dar. Ein toller Leitfaden für die Praxis!
Autoren der Buchvorstellung: Lotta Zielke und Barbara Cludius


 

F. Hohagen, A. Wahl-Kordon, W. Lotz-Rambaldi, C. Muche-Borowski (Hrsg.)

S3-Leitlinie Zwangsstörungen

Springer Verlag GmbH / Berlin 2015 / ISBN: 978-3662441374 / 192 Seiten / Preis 29,99 EUR

Kurzbeschreibung:
Die S3-Leitline zur Behandlung von Zwangsstörungen bei Erwachsenen wurde unter Beratung und Moderation durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) von einem großen wissenschaftlichen Gremium erstellt. Die Empfehlungen dieser Leitlinie basieren auf einer Sichtung der Evidenz der verfügbaren randomisierten klinischen Studien zu Zwangsstörungen nach ICD/DSM und einer Synthese der Empfehlungen anderer Leitlinien.
Aufgrund einer großen Datenbasis können in dieser Leitlinie konkrete und fundierte Empfehlungen für die Behandlung der Zwangsstörungen gegeben werden. Diese Leitlinie sollte zur Pflichtlektüre für Allgemeinärzte, Fachärzte aus den Gebieten Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Psychologen sowie Studierende der Medizin und Psychologie werden.


 

Gunilla Wewetzer und Christoph Wewetzer 

Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen – Ein Therapiemanual 

Hogrefe-Verlag 2011, ISBN: 978-3801723439, 123 Seiten, Preis 36,95 EUR

Kurzbeschreibung:
Das Therapiemanual beschreibt die Behandlung von Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 18 Jahren. Das Manual besteht aus verschiedenen Diagnostik- und Therapiemodulen, die es ermöglichen, das Vorgehen an die jeweilige Symptomatik des Kindes bzw. Jugendlichen anzupassen. Die Therapiemodule umfassen die Psychoedukation sowie psychotherapeutische und psychopharmakologische Behandlungsmöglichkeiten. Da der Einbeziehung der Eltern in die Behandlung große Bedeutung zukommt, werden auch familiäre Interventionen dargestellt. Zahlreiche Fallbeispiele und Arbeitsblätter, die auf der beiliegenden CD-ROM vorliegen, unterstützen die Umsetzung der therapeutischen Inhalte in die klinische Praxis.


 

Ulrich Förstner, Ulrich Voderholzer, Anne-Katrin Külz

Störungsspezifische Behandlung der Zwangsstörungen
Ein Therapiemanual

Kohlhammer-Verlag Stuttgart 2011, ISBN 978-3170194663, 288 Seiten, Preis: 42,90 EUR

Kurzbeschreibung:
Zwangsstörungen zählen zu den häufigen und eindrucksvollsten psychischen Erkrankungen. Dieses Handbuch basiert auf der jahrelangen Zusammenarbeit der Autoren an der Universitätsklinik Freiburg. Es stellt die Störungsspezifische Therapie von Zwangserkrankungen umfassend und praxisnah dar und integriert auch innovative und ergänzende Therapieansätze sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Zahlreiche Fallbeispiele illustrieren das therapeutische Vorgehen und geben wertvolle Anregungen für den klinischen Alltag. Spezielle Probleme, z. B. verschiedene Strategien bei Wasch- und Kontrollzwängen sowie Zwangsgedanken, schwierige Therapiesituationen, Komorbidität und Therapieresistenz werden ebenso wie die Pharmakotherapie erläutert. Online-Materialien zur Einzel- und Gruppentherapie sowie ergänzende Fallbeispiele in ContentPLUS runden das Werk ab.


 

Iver Hand

Strategisch-systemische Aspekte der Verhaltenstherapie: Eine praxisbezogene Systematik in ihren historisch-autobiografischen Bezügen

Springer, Wien 2007 / ISBN: 978-3211252192 / 276 Seiten / Preis: 29,99 €

Kurzbeschreibung:
Aktuelle Lehrbücher der Verhaltenstherapie sind umfangreich und gehen detailliert auf die Behandlungstechniken, einzelne Störungsbilder und die Anwendung bei den jeweiligen Störungsbildern ein. Dieses Buch ist als ergänzende Literatur gedacht. Vorgestellt wird eine (Be-)Handlungsstrategie, welche die intrapsychische und interaktionelle Funktionsdiagnostik des Krankheitsverhaltens bei Patient und sozialem Umfeld betont. Damit erfolgt zugleich eine Klärung der Motivation zur Veränderung, sowohl des Krankheitsverhaltens wie auch problematischer Verhaltensweisen in der täglichen Lebensführung. Ferner wird geklärt, welche Auswirkungen das Problemverhalten und dessen Veränderung auf das engere soziale Umfeld hat oder haben könnte. Unter Einbeziehung von Fallbeispielen soll so die Entscheidungsbasis für Therapeut und Patient bezüglich einer überwiegenden Symptom-Therapie, einer reinen Ursachentherapie oder einer Kombination beider verbessert werden. Sie klärt damit auch deren Motivation zur Veränderung, sowie die möglichen systemischen Auswirkungen einer Veränderung des Patienten. Das Verfahren verdeutlicht an zahlreichen praxisrelevanten Fallbeispielen trägt dazu bei, die Indikationsstellung für und die Effekte von Symptom- oder Ursachentherapie ("Therapie am Symptom vorbei") bzw. von deren Kombination zu verbessern.


 

Carmen Oelkers, Martin Hautzinger, Miriam Bleibel

Zwangsstörungen
Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsmaual mit CD-ROM

BELTZ-Verlag Weinheim, 2. Auflage 2013 / ISBN 978-3-621-27927-7 / 292 Seiten / Preis: 44,95 €

Kurzbeschreibung:
Anliegen dieses Fachbuchs für Therapeuten ist es, ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm für Zwangspatienten vorzustellen, das sowohl die symptomspezifischen Interventionen als auch die Arbeit an zwangstypischen Defiziten in der sozialen Kompetenz umfasst. Es kann sowohl als Gruppenprogramm wie auch als Einzeltherapie angewendet werden, im ambulanten oder auch im stationären Bereich. Das Manual besteht aus einem einleitenden, theoretischen Teil I, der über Krankheitsbild und Behandlung der Zwangsstörung informiert. Im praktischen Teil II liegt der Schwerpunkt auf der Behandlung der Zwangshandlungen, Zwangsgedanken und auch auf der oft defizitären sozialen Kompetenz der Zwangspatienten. Das Manual ist so konzipiert, dass es direkt nach der Diagnosenstellung "Zwangsstörung" angewandt werden kann. Das Buch ist 2013 als vollständig überarbeitete 2. Auflage erschienen.


 

Igor Tominschek, Günter Schiepek

Zwangsstörungen

Hogrefe-Verlag 2007/ ISBN: 978-3-8017-1888-6
160 Seiten / Preis 24,95 €

Kurzbeschreibung:
Praxisnah beschreibt dieses Buch die unterschiedlichen Ausprägungen der Zwangsstörung und hinterfragt den Stellenwert der Familie bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Zwangsstörung. Anhand von Fallbeispielen kann der Leser die unterschiedlichen Funktionen der Zwangsstörung und ihre Auswirkungen auf die Beziehungen der Patienten erkennen. Das Buch bietet einen Überblick über familientherapeutische Ansätze bei Zwangsstörungen und stellt hierzu auch das multimodale "Windacher Modell" vor. Die verhaltenstherapeutischen und systemischen Interventionen sollen dem Therapeuten dabei helfen, eine Symptomunterbrechung zu bewirken und mit dem Patienten und seinen Angehörigen die Hintergründe zu bearbeiten. Zahlreiche klinische Beispiele zeigen, wie systemische Techniken, z.B. Genogramme, idiographische Systemmodellierung oder Skulpturverfahren in der Therapie von Zwangspatienten gezielt eingesetzt werden können. Abschließend wird ein Ausblick auf die Möglichkeiten eines künftigen synergetischen Prozessmanagements gegeben.


 

S. Fricke, M. Rufer, I. Hand (Hsg.)

Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen -
Fallbasierte Therapiekonzepte

Urban & Fischer, München, Jena
1. Auflage 2006 - Preis 49,95 €

Kurzbeschreibung:
Nicht jeder Zwangspatient ist gleich! Deswegen stellen die Autoren des Buchs 13 Kasuistiken vor, wie Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen in renommierten Kliniken umgesetzt wird. Die Therapeuten beschreiben dabei ihr Vorgehen Schritt-für-Schritt am Patientenbeispiel. Sie erläutern genau ihre Vorgehensweisen, weisen auf typische "Fallstricke" in der Therapie hin und bieten Lösungsmöglichkeiten für Probleme an. Das Buch beantwortet häufig gestellte Fragen: Wie gehe ich in der Therapie mit komorbiden Patienten um? Wie kann ich mein Vorgehen variieren? Welche alternativen verhaltenstherapeutischen Möglichkeiten gibt es?


 

 

Hansruedi Ambühl, Barbara Meier
Zwang verstehen und behandeln
Ein kognitiv-verhaltenstherapeutischer Zugang

Verlag: Klett-Cotta, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 2003
ISBN: 3-608-89711-9

Kurzbeschreibung:
Zwangserkrankungen gelten als komplexe und schwer behandelbare psychische Erkrankungen. In der Zwischenzeit steht jedoch fest, dass sie mit Hilfe der Verhaltenstherapie durchaus erfolgreich behandelt werden können. Das Buch vermittelt Hintergrundinformationen über Ursachen, Hinweise zur Diagnostik und Überlegungen zur 'Logik' des Zwangs für Experten und Betroffene. Ein kompaktes Praxisbuch für eine komplexe Störung.

 


 

Angelika Lakatos, Hans Reinecker
Kognitive Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen
- ein Therapiemanual

Hogrefe-Verlag Göttingen, 4. Auflage 2016 / ISBN: 9783801726737 / 144 Seiten / 32,95 Euro

Kurzbeschreibung:
Die Therapie von Zwangsstörungen gilt als ausgesprochen schwierig und mühsam. Das Buch der beiden Bamberger Zwangsexperten Professor Hans Reinecker und Angelika Lakatos beinhaltet eine konkrete und praxisnahe Darstellung des verhaltenstherapeutischen Vorgehens bei Zwangsstörungen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden kognitive Techniken, die detailliert beschrieben werden. Das in der Praxis erprobte Vorgehen basiert auf neuen theoretischen Befunden und wird durch viele Fallbeispiele erläutert. Insbesondere für Praktiker bietet das Therapiemanual eine wertvolle Hilfe im Umgang mit Zwangspatienten.  

 


 

Sonstiges

 

 

Lisa Jüh

Der empathische Stuhl: Erfahrungen einer Sitzgelegenheit in der Psychiatrie

BoD - Books on Demand, 2019, ISBN: 978-3749467945, 150 Seiten, Preis: 8,90 Euro

Kurzbeschreibung: Das Buch beschreibt die Erlebnisse eines Stuhls der offenen Station einer Psychiatrie. Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Erlebnisse eines Stuhls.
Die Idee der Autorin für ihr Erstlingswerk ist schon außergewöhnlich und eröffnet die Möglichkeit, das Geschehen auf einer offenen Station einer Psychiatrie aus verschieden Blickwinkeln zu erzählen. Der Stuhl befindet sich mal im Wartezimmer, mal im Therapieraum und auch bei einer Teambesprechung. Die Protagonisten: Sarah und ihr Kampf gegen die Schrecken ihrer Kindheit. Marina, die sich so schwer aus ihrer Gewaltbeziehung lösen kann. Lucy, die ihren Waschzwang überwindet und Ben, den seinen Sprechdurchfall besiegt. Der empathische Stuhl ist ein sehr besonderes Buch. Gewiss kurzweilig, spannend und mithin lesenswert.
Autor der Buchvorstellung: Wolf Hartmann.


 

Angélique Mundt

Nacht ohne Angst - Ein Krminalroman

Verlagsgruppe Random House GmbH, München 2013 / ISBN: 978-3-442-74626-2 / 310 Seiten / Preis:9,99 EUR

Kurzbeschreibung: In der Hamburger Universitätspsychiatrie wird eine Patientin erhängt aufgefunden. Die zuständige Psychotherapeutin Tessa Ravens kann nicht glauben, dass es sich um Selbstmord handelt. Als eine weitere Patientin brutal ermodert wird, scheint sich ihre Befürchtung zu bestätigen. Und auch Kriminalhauptkommissar Torben Koster merkt schnell, dass er hier mit gewöhnlichen Ermittlungsmethoden nicht weiterkommt. An Verdächtigen mangelt es nicht, und was davon ist paranoide Wahnvorstellung?
Kommissar Koster ist auf die Unterstützung der Psychotherapeutin Ravens angewiesen, doch die Suche nach dem Mörder wird für beide zur Zerreisprobe ...
Die Autorin kennt sich als ehemalige Mitarbeiterin mit der Psychiatrie aus. Heute ist sie als selbstständige Psychotherapeutin und Buchautorin in Hamburg tätig. Der Kriminalroman beschreibt neben der spannenden Handlung das Leben und Arbeiten auf der psychiatrischen Station einer Universitätsklinik. Dort geht es nicht nur um Behandlung, sondern auch um Forschung, was zwangsläufig Eitelkeiten mit sich bringt. Selbstverständlich kommt in der Handlung auch ein Patient mit Zwängen vor.
Ein spannendes und unterhaltsames Buch, dessen Lektüre sich auch für Experten eignet, die Erinnerungen an ihre eigene Tätigkeit in der Psychiatrie auffrischen möchten.


 

Sandra Winkler

Er nannte mich Fräulein Gaga
Macken, Ticks und meine Versuche, sie in 111 Tagen loszuwerden

Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2013 / ISBN: 978-3-596-19661-6 / 234 Seiten / Preis: 9,99 EUR

Kurzbeschreibung:
In 111 Tagen um die Welt zu reisen ist eine reizvolle Herausforderung. In 111 Tagen seine Macken, Ticks und Zwänge bewältigen zu wollen, ist ein schwieriges Unterfangen.
Sandra Winkler kann es kaum ertragen, wenn Schuhe auf ihren Schnürsenkelen stehen. Sie fühlt sich genötigt, die Fußmatten ihrer Nachbarn zurecht zu rücken und bricht hinterm Steuer ihres Autos regelmäßig in Tränen aus, weil sie ständig denkt, sie könne jemanden totfahren.
Als ihr Freund zu einer längeren Auslandsreise aufbrechen will, kommt es zu einem echten Problem, weil Sandra Winkler es nicht schafft, ihn zum Flughafen zu fahren. Nach dieser höchst peinlichen Odyssee beschließt Sandra Winkler, die 111 Tage der Abwesenheit des Freundes für die Bewältigung der Macken, Ticks und Zwänge zu nutzen.
Die Planung des Vorhabens wird, wie bei Frauen nicht unüblich, unter Einbeziehung der drei besten Freundinnen Annabelle, Annie und Anke ausgearbeitet. Heraus kommt eine bunte Mischung verschiedner therapeutischer Angebote, die es gilt, in Anspruch zu nehmen. Da ein Verhaltenstherapeut, wie auch in der Realität durchaus üblich, in der Kürze der 111 Tage nicht greifbar ist, bleiben nur Ansätze übrig, die sich unter der Überschrift: „Was es sonst noch so gibt“ zusammenfassen lassen.
Die Geschichte erzählt von den Bemühungen eines Fahrlehrers für Angsthasen, dem Einsatz der Klopftherapie, dem Versuch einer Hypnose und vieles mehr. Die Erlebnisse mit den Therapieversuchen werden in regelmäßigen Abständen vom Rat der besten Freundinnen bewertet.
Ob die alternativen Ansätze in den 111 Tagen die Macken, Ticks und Zwänge vermindern konnten, wird der Leser am Ende der Lektüre erfahren.
Insgesamt ein unterhaltsames Buch, das die Erfolgschancen alternativer Therapieansätze auf humorvolle Weise bewertet. Das Buch zeigt auch sehr plastisch, welchen Schwierigkeiten Betroffene ausgesetzt sind, die ihre Zwänge bewältigen wollen. Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. kommt mit ihren Beratungsangeboten in diesem Buch auch vor und gar nicht mal so schlecht weg.


 

Wiebke Lorenz

Alles muss versteckt sein

Ein Thriller

Blessing Verlag 2012 / ISBN: 978-3-89667-469-2 / 349 Seiten / Preis: 15,95 EUR

Kurzbeschreibung:
Für viele Betroffene von Zwängen gleicht das Leben mit dem Zwang einem Thriller. Und nun kommt ein Thriller als Buch auf den Markt, in dem Zwangsstörungen Teil der Handlung sind. Zum Inhalt:
Marie ist nach einem Schicksalsschlag erkrankt. Monatelang kämpft sie gegen grausame Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Gedanken eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und der Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der auf kaltblütige Weise niedergemetzelt wurde.
Am Ende des Gerichtsprozesses und ihrer Einweisung in den Maßregelvollzug der forensischen Psychiatrie aber kommen Marie Zweifel. Hat sie es wirklich getan? Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen ...
Ein wirklich bis zur letzten Zeile spannendes Buch. Die Mischung aus meisterhafter Psychologie und immer wieder überraschenden Wendungen der Handlung zeichnet diesen Kriminalroman aus. Der lässige Blick, mit dem die Hauptperson Marie aus ihrer Welt der extremen Zwangsgedanken auf die Normalzwängler schaut, ist amüsant und sollte von diesen auch mit Humor aufgenommen werden.
Dieser Roman kann auch einen Beitrag dazu leisten, die Zwangsstörung in der Öffentlichkeit bekannter und verständlicher zu machen.


 

Gunther Moll, Ralph Dawirs, Svenja Niesken

Hallo hier spricht mein Gehirn

Beltz – Verlag
ISBN 10: 3-407-85895-7
148 Seiten, Preis: 14,90 €

Kurzbeschreibung:
Hier stellen wir Ihnen ein Buch vor, welches sich nicht mit Zwangsstörungen beschäftigt, sondern zu einer Entdeckungsreise des Gehirn von der Zeugung bis zum Schulanfang einlädt.
"Ich weiß, ich bin früh dran. Aber ich möchte sichergehen, dass ihr den Anfang nicht verpasst. Denn der Anfang ist ganz wichtig. Wenn ihr den verpasst, dann ist es wie im Kino: Ihr könnt den ganzen Film nicht richtig verstehen." Mit diesen Zeilen nehmen die Autoren den Leser mit auf eine spannende Entdeckungsreise zur Entwicklung der menschlichen Gehirns. Dabei lassen sie den kleinen Menschen bzw. sein Gehirn selbst zu Wort kommen. Auf amüsante und verständliche Weise erfahren wir, dass alle Erfahrungen, die das Kind vor und nach der Geburt macht, sein Gehirn auf einzigartige Weise formen. Jeder von uns kann mithelfen, unseren Kindern Lebensräume zu schaffen, die eine perfekte und optimale Gehirnentwicklung gewährleistet.
Das besondere an diesem Buch ist, dass es ganz ohne komplizierte, wissenschaftliche Abhandlungen auskommt. Durch die Illustrationen von Eva Wagendristel bekommt das kleine Gehirn ein Gesicht, dass uns durch das ganze Buch begleitet.
Mir hat dieses Buch großes Vergnügen bereitet, denn endlich kann ich besser verstehen, welches Wunderwerk der Mensch und sein Gehirn ist.
Eltern, Großeltern, Erzieher, Lehrer, eben alle, die Kinder lieben und mit ihnen leben, sollten sich dieses Buch auf gar keinen Fall entgehen lassen.