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Zwangsgedanken

 
Zwangsgedanken sind wiederholt auftretende und andauernde Gedanken, Impulse oder Vorstelllungen, die als sinnlos und störend empfunden werden und mit einem großen Leidensdruck verbunden sind. Die Betroffenen versuchen meist vergeblich, sich gegen die immer wieder in der gleichen Weise ("stereotyp") ablaufenden Gedanken zu wehren. Obwohl er sie als nutzlos oder sogar abstoßend empfindet, nimmt der Zwangskranke diese Gedanken jederzeit als seine eigenen wahr. Sie werden nicht - wie es beispielsweise bei einer Schizophrenie der Fall sein kann - als von außen kommend erlebt.

In allen entsprechend untersuchten Kulturen beziehen sich Zwangsgedanken auf ähnliche Themen: Sie haben überwiegend sexuelle, aggressive beziehungsweise religiöse Inhalte oder beziehen sich auf Ordnung und die korrekte Ausführung bestimmter Tätigkeiten. Weitere Inhalte von Zwangsgedanken können ein starker Ekel vor körperlichen Ausscheidungen, Angst vor einer Infektion durch Schmutz und Keime sowie befürchtete Umweltzerstörungen sein.   

Die Zwangsgedanken lösen bei den Betroffenen sehr intensive Gefühle aus. Wenn eine Mutter beispielsweise ständig von dem Gedanken gequält wird, sie könnte ihr Kind mit einem herumliegenden Messer erstechen, so ist das emotional für sie sehr belastend. Neben großer Angst erlebt sie auch intensive Schuldgefühle und Selbstzweifel. Darüber hinaus kosten die Zwangsgedanken den Betroffenen sehr viel Energie, da das Gehirn einen großen Teil der verfügbaren Kraftreserven des Körpers verbraucht.   

Zwanghafte Grübeleien können auch im Rahmen einer Depression auftreten. Von Zwangsgedanken wird jedoch nur dann gesprochen, wenn sie ohne eine depressive Störung vorkommen.