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Zwänge aktuell

 

Brief an den Bundesgesundheitsminister Spahn vom 4. März 2021
Psychisch Krank in Corona Zeiten

Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Spahn!

Zunächst möchte ich Ihnen meinen Respekt und Bewunderung aussprechen, wie umsichtig und gut Sie die deutsche Bevölkerung bisher durch diese sehr schwierige Krise geführt haben.

Heute wende ich mich jedoch als Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. an Sie. Menschen mit psychischen Erkrankungen, insbesondere mit Depressionen, Ängsten und Zwangsstörungen hat die Gesellschaft und die Politik bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Zwar wurde zu Beginn der Pandemie die Online- und Telefontherapie ermöglicht, aber dies allein reicht bei weitem nicht aus, den großen Bedarf an Therapieanfragen gewährleisten zu können.

Das Therapieangebot und die Versorgung psychisch kranker Menschen war schon vor der Pandemie sehr angespannt, doch jetzt hat sich die Situation noch mal deutlich verschärft. Das darf nicht sein und ist unzumutbar.

Menschen warten zurzeit länger als ein bis eineinhalb Jahre auf einen ambulanten Therapieplatz. Einige Therapeuten sind über Jahre hin ausgebucht und führen gar keine Wartelisten mehr. In den Kliniken sind 10- 18 Monate Wartezeit keine Seltenheit. Uns erreichen immer mehr verzweifelte Anrufe und Anfragen, denen wir nur zuhören und Mut zusprechen können, nicht aufzugeben. Sowohl bei uns wie auch bei Psychotherapeuten ist die Nachfrage nach Therapieplätzen um mehr als 40 % gestiegen. Hinzu kommen jetzt auch die Menschen, die Aufgrund der Corona Krise an einer Depression, Ängsten oder Zwangsstörungen erkranken oder noch erkranken werden. Ein Zustand der uns mit großer Sorge erfüllt.

Lieber Herr Minister Spahn wir bitten Sie eindringlich, für die nächsten 2-3 Jahre die Zugangswege in die Psychotherapie deutlich zu erleichtern. Dazu gehören mehr Zulassung von Kassensitzen und die schnellere Bearbeitung von Kostenerstattungsverfahren, damit Patienten dann auch eine Therapie in einer Privatpraxis erhalten können. Unserer Meinung nach muss jetzt zwingend und schnell von der Politik gehandelt werden, um das psychische Leiden der Menschen nicht unnötig zu verlängern.
Psychische Gesundheit muss uns genauso viel Wert sein, wie die Körperliche Unversehrtheit.

Bitte helfen Sie uns und den psychisch belasteten Menschen schnelle und hilfreiche Perspektiven aufzuzeigen und zu geben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Mit besten Grüßen,
Antonia Peters
Vorsitzende
Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.

 


 

Pressemeldung vom 10. Juli 2020
"Gutachter attestiert dem Mörder von v. Weizsäcker eine Zwangsstörung"
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. und Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie Psychotherapie Psychosomatik Nervenheilkunde
 
Am 7.7.2020 haben die Medien bundesweit und spektakulär über den sog. "von-Weizsäcker-Mörder" berichtet (siehe dazu dpa, BZ, FAZ, regionale Zeitschriften wie LVZ etc.) und ihm laut Gutachteraussagen eine Zwangsstörung zugeschrieben. Es ist von einer verminderten Steuerungsfähigkeit aufgrund einer Zwangsstörung die Rede.
Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. möchte diese Darstellung richtigstellen, weil sie Menschen mit einer Zwangsstörungen zu Unrecht belastet, stigmatisiert und verunsichert. Weder die klinische Erfahrung noch wissenschaftliche Studien zu Zwangsstörungen belegen, dass infolge einer Zwangsstörung alleine aggressive Impulse häufiger als bei anderen Menschen in die Tat umgesetzt werden.
Bei einer psychisch bedingten verminderten Steuerungsfähigkeit müssen andere Formen psychischer Erkrankungen, wie z.B.  ein psychotisches Erleben oder einer schwere Persönlichkeitsstörung zugrunde liegen.
Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. (Vorsitzende Antonia Peters), Wissenschaftlicher Beirat (Vorsitzender Prof. Dr. Ulrich Voderholzer; Mitglied Prof. Dr. Katarina Stengler); Deutsche Gesellschaft Psychiatrie Psychotherapie Psychosomatik Nervenheilkunde (DGPPN; Präsident: Prof. Dr. A. Heinz).


 

Pressemitteilung vom 30. März 2020:

Deutschland erlebt die Welt der Zwangserkrankungen
Das Coronavirus hat Deutschland in eine Art Ausnahmezustand versetzt. Wir sind aufgefordert Abstand von einander zu halten, uns regelmäßig gründlich die Hände zu waschen, Druckknöpfe z. B. in Bussen zu meiden und Handschuhe zu tragen. Unsere Arbeit sollen wir im Homeoffice erledigen und nach Möglichkeit die Wohnung nicht verlassen. mehr=>


Bundesverdienstkeuz für DGZ-Vorsitzende Antonia Peters

Der Bundespräsident hat Antonia Peters das Bundesverdienstkreuz am Bande für ihre über 20-jährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied in der „Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e. V." sowie für ihren langjährigen Einsatz im Verein „Irre menschlich Hamburg e. V" verliehen. Mit der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland dankt der Staat für herausragende persönliche Leistungen für das Gemeinwohl. Der Bundespräsident verleiht als Staatsoberhaupt den Orden besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland. Die gelernte Erzieherin hat die Auszeichnung für ihr ehrenamtliches Engagement zur Prävention und Aufklärung von Zwangsstörungen erhalten.
Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks hat die Auszeichnung am 6. März 2020 im Rahmen einer Feierstunde im Turmsaal des Hamburger Rathauses überreicht.


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Expositionsbehandlung noch immer zu selten

Bereits seit vielen Jahren wird in Fachkreisen immer wieder die unzureichende Anwendung der Expositionsbehandlung in der Therapie von Angst- und Zwangsstöungen kritisiert. Führt doch dieser Mangel für den betroffenen Patienten zu einem nicht unerheblichen Behandlungsnachteil? Prof. Ulrich Voderholzer, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der DGZ sowie Prof. Jürgen Hoyer, Experte in Fragen der Expositionsbehandlung bei Angststörungen nehmen in einem Spiegel-Online Interview zu diesem Thema Stellung. Mehr=>


23. Jahrestagung der DGZ in Bochum

Wir freuen uns sehr, dass wir erstmalig eine Jahrestagung im Ruhrgebiet ausrichten können. Die Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen bieten jedes Jahr ein Forum zum Austausch zwischen Wissenschaftlern, Ärzten und Psychologen sowie Betroffenen und Angehörigen.
Zum Tagungsmotto „Zwangsstörungen im Kontext anderer psychischer Erkrankungen - Diagnostische Besonderheiten und therapeutische Herausforderungen“ ist es uns gelungen, erfahrene Fachleute zu gewinnen, die sich seit Jahren den Zwangsstörungen widmen.
Partner in diesem Jahr ist das LWL-Universitätsklinikum Bochum, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin.


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Rückblick 22. Jahrestagung am 29. September 2018 in Dresden

Weit im Osten fand die Jahrestagung 2018 der DGZ statt: Prof. Dr. Veit Roessner, Leiter der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus hatte nach Dresden eingeladen, um neuere Entwicklungen in der Behandlung von Zwangsstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu beleuchten. Das Hörsaalzentrum (MTZ) auf dem Gelände der Universitätsklinik bot die Räumlichkeiten, die in den Pausen immer wieder Möglichkeiten zu Begegnung und Austausch untereinander boten.


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Warnung vor unseriösen Heilsversprechen

Unseriöse Heilsversprechen zu den unterschiedlichsten Krankheitsbildern finden sich insbesondere im Internet schon seit vielen Jahren. Seit einigen Monaten gibt es nun entsprechende Aktivitäten, die sich ganz konkret auf die Zwangsstörung beziehen.


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Rückblick 21. Jahrestagung 2017 in Köln

Bereits zum dritten Mal waren wir mit unserer Jahrestagung Gast in der Uniklinik Köln. Im Jahr 2002 war unser Gastgeber die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, im Jahr 2011 Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen mit dem Ausbildungsinstitut AKiP. Jetzt 2017 richtete die Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie unsere Tagung federführend aus.


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Zwangsstörungen und das RTL-Dschungelcamp

Die im Januar und Februar 2017 ausgestrahlte RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" brachte der Zwangsstörung eine außergewöhnliche mediale Aufmerksamkeit. Anlass war die Teilnahme von Hanka Rackwitz, die sich seit eineinhalb Jahren in der Öffentlichkeit zu ihrer Zwangsstörung bekennt. In vielen öffentlichen Foren im Internet, in der Presse und im Fernsehen, wurde lebhaft über Zwangsstörungen und die Motivation von Rackwitz diskutiert. Vorstand und wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen haben am 23. Januar 2017 eine Stellungnahme verfasst, die Sie hier lesen können.


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DGZ-Jahrestagung 2016 in München

In Zusammenarbeit mit der psychosomatischen Klinik Windach und dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie fand am 7. und 8. Oktober 2016 unsere 20. Jahrestagung in München statt. Das Motto lautete: "Zwangsstörung und verwandte Störungen - Diagnostik, Neurobiologie und Psychotherapie".
Hier=> der Link zu den Präsentationen der Vorträge und ausgewählter Workshops.
Nachfolgend die "Schlaglichter" auf die 20. Jahrestagung (Teil 1 - 1. Tag). Autor ist unser Gründungsmitglied Dr. Christoph Wölk. Erstveröffentlichung in Z-aktuell 4/2016, Seite 3 bis 6.


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Rückschau auf die Jubiläumstagung in Prien an Chiemsee 2015

Jetzt vorab Links zu den Abstracts der Tagung und zu einer Auswahl der Vortragsfolien:
Zu den Abstracts hier=>
Zu den Vortragsfolien hier=>


Werden die S3-Leitlinien zu Zwangsstörungen nicht ernstgenommen?

Der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen wurden Fälle mitgeteilt, in denen von fachlicher Seite behauptet wurde, dass die S3-Leitlinien keine Hinweise für die stationäre Behandlung von Zwangsstörungen enthielten.  So wurde in der Stellungnahme eines Medizinischen Dienstes in Nordrhein-Westfalen behauptet, die Leitlinie enthalte keine Angaben zur stationären Behandlung. In einem anderen Fall erhielt ein Patient auf die Frage, ob in der von ihm aufgesuchten Klinik nach den S3-Leitlinien behandelt werde, die Antwort, dass diese für den stationären Bereich keine Geltung hätten.


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Jahrestagung 2014 in Bad Bramstedt

"Von Macken bis Zwängen und darüber hinaus" lautete das Motto unserer 18. Jahrestagung, die am 26. und 27. September 2014 in der Schön Klinik Bad Bramstedt stattgefunden hat. Lesen Sie hier den Tagungsbericht unseres Vorstandsmitglieds Thomas Hillebrand.


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DGZ-Jahrestagung München 2013
Am 11. und 12. Oktober 2013 fand unsere 17. Jahrestagung in München statt. Das Motto der Tagung lauete: Die unterschiedlichen Wege in die Therapie der Zwangsstörung. Lesen Sie gerne den Bericht über die Tagung:
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DGZ-Jahrestagung 2012 in Münster
Hier die Folien der meisten Vorträge und Workshops:
Vortrag Dipl.-Psych. Marit Hauschildt "Weiterentwicklung Selbsthilfeansatz" pdf-Datei==>
Vortrag Dipl.-Psych. Walter Hauke "Methodenintregation in der Behandlung" pdf-Datei==>
Vortrag Dipl.-Psych. Thomas Hillebrand "Exposition bei Zwangsgedanken" pdf-Datei==>
Vortrag Dr. med. Bernhard Osen "Achtsamkeit i.d. Behandlung von Zwängen" pdf-Datei==>
Vortrag Dr. med. Markus Pawelzik "Wie sollen wir den Zwang verstehen?" pdf-Datei==>

Vortrag Prof. Dr. med. Ulrich Voderholzer "Stationäre Therapie von Zwängen" pdf-Datei==>
Workshop: Dipl.-Psych. Dr. Karsten Böhm "EMDR" pdf-Datei==>
Workshop: Dipl.-Psych. Burkhard Ciupka-Schön "Motivation als Schlüssel" pdf-Datei==>
Workshop: Dr. med. Jan Martz "ACT bei Zwängen" Link==>
Workshop: Dipl.-Psych. Nicola Thiel "Schematherapie bei Zwängen" pdf-Datei==>
Workshop: Dipl.-Psych. Dr. Christpoh Wölk "Mit Handy/PC gegen Zwänge" pdf-Datei==>

Wir danken den Referenten, dass sie uns ihre Materialien zu Verfügung gestellt haben.
Nachfolgend auch ein Stimmungsbericht von unserer Jahrestagung von Carolin Niederhofer, der wir herzlich für das Aufschreiben ihrer persönlichen Eindrücke danken. Unter dem Beitrag von Carolin Niederhofer finden Sie die auch Abstacts aller Beiträge der Tagung.
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Pressemitteilung zur Versorgungssituation

Die Wartezeit auf einen ambulanten Therapieplatz beträgt durchschnittlich 4 Monate oder noch länger.
Bei dieser ohnehin schon sehr schwierigen Versorgungssituation mussten wir mit Erschrecken zur Kenntnis nehmen, dass mit der Reform des GKV-Versorgungsstrukturgesetztes eine Reduzierung der Kassensitze von Psychotherapeuten um bis zu 15% geplant ist.
Diese weitere Verschlechterung der Versorgung kann nicht unsere Zustimmung finden. Deshalb haben auf Initiative unserer Vorsitzenden, Frau Peters, insgesamt 6 Selbsthilfeverbände für psychisch kranke Menschen und deren Angehörige eine gemeinsame Presseerklärung verfasst. Autorin ist Beate Lisofsky, Pressesprecherin der "familien selbsthilfe psychiatrie" (BApK e.v.). mehr==>
Eine Petition an den Deutschen Bundestag zum Thema war leider nicht erfolgreich, weil die erforderlichen Unterschriften nicht zusammengekommen sind (32.000 statt 50.000)


DGZ-Jahrestagung Köln 2011

"Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter" war das Thema der diesjährigen Jahrestagung, zu der die DGZ zusammen mit der Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, sowie der AKiP Köln - Ausbildungsinstitut für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie eingeladen hatten.
Hier der Bericht von Dipl.-Psych. Burkhard Ciupka-Schön:


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Blockbehandlung von Zwangsstörungen ist abrechenbar
Der Bewertungsauschuß der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat auf Bestreben von Dieter Best, Geschäftsführer der Bundesgeschäftsstelle der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung und nach mehrmaligen Abstimmungsrunden eine deutliche Erleichterung bei der Abrechnung von Blockbehandlungen im Rahmen einer Expositionsbehandlung beschlossen.
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Prof. Iver Hand zum Ehrenvorsitzenden ernannt
Aus Anlass des 10. Jahrestages der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e. V. wurde während einer Festveranstaltung in Freiburg Prof. Iver Hand zum Ehrenvorsitzenden der DGZ ernannt. Er hat durch seine Dienste und sein Engement in 10 Jahren des Bestehens maßgebend zur Entwicklung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e. V. beigetragen. 
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