Neuerscheinung

Sally M. Winston & Martin N. Seif

Tyrannen in meinem Kopf – Zwangsgedanken überwinden – ein Selbsthilfeprogramm

Junfermann Verlag, Paderborn 2018 / ISBN: 978-3-95571-720-9 / 176 Seiten / Preis: 18,00 Euro

Kurzvorstellung: Mancher, der den Buchtitel liest, fühlt sich an ein anderes Buch erinnert: “Der Kobold im Kopf” und liegt mit der Vermutung richtig, dass es das gleiche Thema behandelt: ungewollte und oft plötzlich einschießende Gedanken mit erschreckenden Inhalten. Allen Gedanken ist gemein, dass sie sich wie Ohrwürmer immer wieder in Bewusstsein drängen, ohne willentlich beendet werden zu können und den Betroffenen quälen.
Die Autoren wenden sich zunächst gezielt der Frage zu, die allen Betroffenen auf den Nägeln brennt: „Was sagen diese Gedanken über mich aus?“  Zunächst werden Mythen um das Thema „Bedeutung von Gedanken“ mit Fakten abgeglichen. Anschließend werden typische Fragen von Zwangspatienten in einem Frage-Antwort-Format aufgegriffen und beantwortet. Betroffene finden sich in diesen Fragen wieder und erhalten wichtige Informationen zur richtigen Einordnung der Bedeutung ihrer Gedanken.
Bevor die Autoren den hilfreichen Umgang zur Bewältigung von Zwangsgedanken darstellen, erklären sie, welche Strategien bislang nicht geholfen haben und zielen auf Versuche der Gedankenunterdrückung, ständigen Reflexionen über sich selbst, Gebete oder Beruhigung durch Vergewisserungsfragen an Angehörige. Zur Bewältigung von Zwangsgedanken werden sechs Schritte formuliert, die letztlich dem metakognitiven Prinzip der Distanzierung vom Zwang folgen.
Das Buch ist geschrieben von zwei Psychotherapeuten aus den USA, die viele Jahre in der Behandlung dieses Störungsbildes erfahren sind. Dies erklärt die konsequente Haltung, mit der die Therapeuten der Versuchung einer vordergründigen, inhaltlichen Deutung von Zwangsgedanken eine klare Absage erteilen. Patienten ist es uneingeschränkt zu empfehlen, auch Therapeuten erhalten wichtige Einblicke in die Struktur dieses Störungsbildes und können das Buch begleitend zur Therapie einsetzen.
Autor der Buchvorstellung: Thomas Hillebrand.

Ratgeber

Für mich soll es Neurosen regnen - Mein Leben mit Zwangsstörungen

Peter Wittkamp

Für mich soll es Neurosen regnen – Mein Leben mit Zwangsstörungen

btb Verlag, München 2019 – ISBN: 978-3442758296 – 318 Seiten – Preis: 18,00 Euro

Kurzbeschreibung: Peter Wittkamp ist ein lustiger Mensch, Autor und Gagschreiber von Beruf. Aber auch an lustigen Menschen geht die Zwangsstörung nicht vorbei. Als ich anfing dieses Buch zu lesen, war ich neugierig, wie ein Gagschreiber das Thema Zwangsstörung wohl angehen wird? Antwort: Es ist ein humorvolles Buch geworden, aber nicht nur.
Der Autor beschreibt sein Leben mit der Zwangsstörung. Im ersten Teil des Buches schildert der Autor Episoden, die er mit seinem Zwang erlebt hat. Da ist die Geschichte mit dem Loch im Radweg, das er auf eigene Kosten hat stopfen lassen. Oder die Geschichte, dass er von der Kontrolle von Autoreifen nicht lassen kann, was ihn dazu veranlasste, einen Ort für sein Studium auszuwählen, wo es nur wenig Autoverkehr gab. Alle diese Geschichten könnten noch als Macke abgetan werden. Da Wittkamp seine Zwänge nicht behandeln ließ, wurde es immer schlimmer und es folgte der Zusammenbruch und die Einweisung in eine Klinik.
Ab diesem Schlüsselerlebnis wurde es ernst für den Autor. Auch beim Schreibstil ist dann Schluss mit lustig. Nachfolgend erklärt er wie seine Therapie von statten ging und wie viel Blut und Wasser er dabei schwitze. Die Frage, was gegen Zwänge hilft, beantwortet er mit den Worten “Machen Sie es nicht!”. Wie schwer aber auch erfolgreich die Therapie ist, beschreibt der Autor am Ende des Buches.
Fazit: Dieses Buch dient der Aufklärung über Zwangsstörungen. Es ist erfrischend geschrieben, dies aber differenziert und fachlich korrekt. Das Buch klärt auf und gibt anderen Betroffenen Hilfestellung zur Bewältigung der Störung. Insbesondere für an der Zwangsstörung interessierte Leser eignet sich dieses Buch, weil es anhand der Lebensgeschichte eines sympathischen Menschen, der beruflich voll im Leben steht, die gnadenlose Welt der Zwänge erklärt, wie es kein Sachbuch leisten kann.
Autor der Buchvorstellung: Wolf Hartmann.

Anne Külz

Dem inneren Drachen mit Achtsamkeit begegnen: Selbsthilfe bei Zwängen

Beltz-Verlag 2017, ISBN: 978-3621283496, 217 Seiten, Preis: 24,95 Euro

Kurzbeschreibung: Die Autorin lädt ein, einen neuen und ungewohnten Blick auf die Zwangsstörung – den inneren Drachen – zu entwickeln. Ziel ist es, sich diesem scheinbar unbezähmbaren Drachen nicht länger hilflos ausgeliefert zu fühlen, sondern eine Haltung der inneren Stärke und Souveränität zu entwickeln. Diese lässt den Zwang nicht unmittelbar verschwinden, sondern ermöglicht eine Distanzierung und Reduktion der gefühlten Bedrohung. Die Autorin, als Wissenschaftlerin und Therapeutin langjährig sowohl mit der Forschung als auch der Therapie der Zwangsstörung vertraut, beschreibt in ihrem Buch eine Fülle von Methoden und Übungen, die Patienten anwenden können, um dieses Ziel zu erreichen.  Im Vordergrund stehen Methoden der Achtsamkeit, die der Leser bereits während des Lesens anwenden kann. Hier greift die Autorin Aspekte auf, die auch Inhalte einer kognitiven Verhaltenstherapie sind: typische Denkfallen entdecken, Funktionalitäten des Zwanges erkennen, das eigene Wertesystem beleuchten oder Expositionsübungen durchführen. Bringt der Leser diese Bereitschaft mit, kann er seine Werkzeuge in der Bewältigung der Zwangsstörung deutlich vermehren und immer besser darin zu werden, den inneren Drachen zu zähmen. Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Autor der Buchvorstellung: Thomas Hillebrand

Dennis Riehle

Funktionalität des Zwanges

Taschenbuch für Betroffene, Angehörige und Interessierte

BoD – Books on Demand 2017, ISBN: 9 783744 898799, 108 Seiten, Preis: 4,99 Euro

Kurzbeschreibung: Etwas früher als sonst, steht Dennis Riehle an der Bushaltestelle. Die zehn Minuten, die er auf seinen Bus warten musste, vertrieb er sich mit Zählen der ersten herab gefallenen Blätter. Auch am nächsten, übernächsten und weiteren Tagen zählte er immer wieder die herab gefallenen Blätter. Später zählte er die Dachziegel des gegenüberliegenden Hauses. Nach vier Monaten zählte er Autos und Straßenlaternen, an denen er auf der Fahrt zur Schule vorbeikam. Wenig später nahmen die Zwänge weitere Bereiche seines Lebens in Beschlag. Kontroll-, Wasch- und Gedankenzwänge bestimmten seinen Alltag.
Der Autor berichtet von seiner ersten Verhaltenstherapie und den Versuchen, sich gegen die Zwänge zu stemmen. Die Symptomatik ging zurück, ließ sich aber nicht vollständig bewältigen. In seinem Buch beschreibt Riehle, welche Funktionalität seine Erkrankung hat. Zwänge haben einen tieferen Sinn, die seelische Ursachen und Gründe in der Persönlichkeit des Betroffenen haben. Er gibt dem Leser einen Einblick, warum sich seine Zwänge entwickelt haben, wozu sie dienen und was sie ihm sagen wollen. Zwänge gaben ihm über lange Zeit Schutz vor dem Müll aus der „Vergangenheit“. Er beschreibt auch, dass der Zwang immer mehr Gehorsam fordert und immer größeren Raum des Lebens einnimmt.
Mit Hilfe seiner Therapeuten und durch viel Selbstanalyse gelingt es dem Autor, zu mehr Gelassenheit zu kommen, mehr an sich zu denken, wieder Hobbys nachzugehen, Neues zu wagen und vermeintlichen Stress zu reduzieren. Mit seinem sehr persönlich geschriebenen Buch möchte Dennis Riehle dazu anregen, sich und seinen Zwang zu beleuchten und zu hinterfragen. Der Autor gibt Ratschläge, wie Betroffene lernen können, mehr zu sich selbst zu stehen und sich zu vertrauen.
Autorin der Buchvorstellung: Antonia Peters

Oliver Sechting mit Karen-Susan Fessel

Der Zahlendieb: Mein Leben mit Zwangsstörungen

BALANCE buch + medien Verlag 2017, ISBN: 978-3867391252, 191 Seiten, Preis: 16,00 Euro.

Kurzbeschreibung: Eine Lektüre zwischen Autobiografie und Sachbuch, zwischen Göttingen 1975 und einem zufriedenen Oliver Sechting in 2016, zwischen der Last einer Zwangsstörung und dem befreienden Coming-Out als Homosexueller. Das vorliegende Werk eines Mannes, der es gelernt hat, mit einer Erkrankung einerseits, einer sexuellen Orientierung andererseits nicht nur selbstbewusst, sondern insbesondere herausfordernd umzugehen, fasziniert den Leser. Die rote Linie durch ein junges Leben, das geprägt ist von Verlust eines engen Angehörigen, das vor die wiederkehrende und existenzielle Frage der eigenen Identität gestellt wird und das nicht zuletzt ein Ventil sucht in einer Erkrankung, in der Zweifeln das allerhöchste Gut ist, es reißt denjenigen, der das Buch mit Beklommenheit, Betroffenen und Bewunderung gleichsam verschlingt, auf authentische Art und Weise mit sich.
Sprachlich in einem für jeden gut lesbaren und einem Zwangspatienten nahekommenden Stil der kurzen Sätze, möchte der Leser seinen Stolz ausdrücken für einen Mann, der jeden motiviert, dessen Geheimnis brach liegt. Ihm ist es gelungen, Zwangsstörungen aus der Ecke des Mysteriums zu holen. Der Dompteur der Zahlen ist zum empfindsamen Partner für sein Gegenüber geworden. 
Autor der Buchvorstellung: Dennis Riehle

Burkhard Ciupka-Schön

Zwänge bewältigen! Ein Mutmachbuch

Patmos Verlag 2017 / ISBN: 978-3-8436-0914-2 / 272 Seiten / Preis: 18,00 Euro

Kurzbeschreibung: Zwänge beginnen oft im Kindes- und Jugendalter, werden jedoch häufig erst nach Jahrzehnten erkannt und behandelt. Oft haben Betroffene einen langen Leidensweg mit mehreren Therapieanläufen hinter sich. Dabei gibt es sehr gut wirksame Methoden, die Burkhard Ciupka-Schön in seiner psychotherapeutischen Praxis erfolgreich anwendet. Vor allem die Verhaltenstherapie mit Reizkonfrontation erweist sich als äußerst effektiv.
Das Buch vermittelt die wichtigsten Informationen zur Zwangserkrankung, will aber vor allem dazu motivieren, den falschen Sicherheiten des Zwangs zu entkommen. Erfahrungsberichte von Betroffenen, die ihre Zwänge bewältigt haben, runden den kompakten Ratgeber ab und machen Mut, selbst aktiv zu werden.
Es ist ein Buch, das hält, was der Untertitel verspricht, ein Mutmachbuch, das für Betroffene, Angehörige und Interessierte gleichermaßen hilfreich und sehr empfehlenswert ist.

Ingrid Bäumer, Barbara Schubert

In meiner Haut – Leben mit Skin Picking

Mabuse- Verlag, Frankfurt a.M. 2016 / ISBN: 9783863213275 / 160 Seiten / Preis:16,95 Euro

Kurzbeschreibung: Millionen Menschen tun es jeden Tag: sie zupfen und drücken an ihrer eigenen Haut, bis Wunden und Narben entstehen. Sie leiden unter Skin Picking (Dermatillomanie), einer kaum bekannten psychischen Störung. Aus Scham kapseln sie sich vom sozialen Leben ab.
Dieses Selbsthilfebuch richtet sich an Betroffene und ihre Angehörigen. Spannende Erfahrungsberichte zeigen den täglichen Kampf gegen den Zwang, aber auch die Lebensgeschichte jedes Skin Pickers. Eine selbst betroffene Therapeutin schildert, wie sie anderen hilft. Inspirierend zeugt der Bildteil von künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Leiden. Fakten und Tipps runden das Informationsangebot ab.

Volker Röseler

Professionelle Pflege bei Zwangsstörungen

Psychiatrie Verlag, Köln 2015 / ISBN: 978-3884146347 / 144 Seiten / Preis: 24,95 EUR

Kurzbeschreibung: Einen Leitfaden, der sich direkt an Pflegekräfte (Co-Therapeuten) wendet, gab es bislang auf dem Büchermarkt nicht. Volker Röseler, der im Sanatorium Kilchberg in der Schweiz als Pflegefachmann tätig ist, hat ein Buch verfasst, das sich direkt an diese Gruppe richtet.
“Sei behutsam, wissbegierig und klar”, das ist die Botschaft an alle Pflegenden, denn erst das Verständnis für die subjektive Erlebniswelt von Betroffenen ermöglicht Pflegekräften eine tragfähige therapeutische Beziehung zu Betroffenen. Der Autor erklärt die Erlebniswelt der Betroffenen und schafft so Verständnis für ihre oft fordernden Verhaltensweisen, z.B. die häufige Bitte um Rückversicherung. Erst auf dieser Grundlage kann ein gemeinsames Arbeitsbündnis für den Kampf gegen hartnäckige Zwänge geschmiedet werden. Klare Botschaften und klare Strukturen sind nun mal ein Muss im Umgang mit Menschen mit Zwangsstörungen.
Das Buch orientiert sich an den Leitlinien für die Psychotherapie bei Zwangsstörungen. Strukturiert stellt Röseler die einzelnen Schritte des Pflegeprozesses, von der Informationssammlung über die Durchführung bis hin zur Evaluation. Einen Abschnitt, der sich mit der Pharmakotherapie beschäftigt, enthält dieses Buch nicht, was bei der Zielgruppe völlig in Ordnung ist. 
Als Experten für den Alltag können Pflegefachpersonen ambulant wie stationär Betroffene gut unterstützen, mit ihnen Bewältigungsstrategien üben und auch das Expositionstraining begleiten. Mit einem kommentierten Drehbuch für das Expositionstraining und den Downloadmaterialien sind Pflegende für die anspruchsvolle professionelle Pflege von Menschen mit Zwangsstörungen gut gerüstet. Von der verständlichen Sprache können auch Betroffene profitieren. Durch den sehr alltagnahen Behandlungsansatz der Pflegefachpersonen, gibt es viele Beispiele, die auch für das Verhalten von Angehörigen im Umgang mit Betroffenen hilfreich sein können.

Cover_Fricke_Hand_2021

Susanne Fricke/ Iver Hand

Zwangsstörungen verstehen und bewältigen – Hilfe zur Selbsthilfe

Balance buch + medien Verlag, Bonn / 9. Auflage 2021 / ISBN 978-3-86739-290-7 / 144 Seiten / Preis 15,00 €

Kurzbeschreibung: “Wenn der Zwang einen Befehl erteilt, dann springt Herr Freitag. Der Zwang hat es richtig gut bei Herrn Freitag. Aber warum macht Herr Freitag das mit? Warum schmeißt er den ungeliebten Mitbewohner nicht einfach hinaus? Ja, so einfach ist das leider nicht. Der Zwang zahlt Miete, und Herr Freitag fühlt sich auf diese Miete dringend angewiesen. …”
Dieses Zitat aus dem Buch von Susanne Fricke und Iver Hand macht das Besondere dieses Buches deutlich. Die Autoren haben den Titel ihres Buches zum Konzept gemacht und die Zwangsstörung, deren Erscheinungsformen, Ursachen sowie Behandlungsmöglichkeiten auf ungewöhnlich leicht verständliche und gelegentlich auch amüsante Weise beschrieben. Erklärtes Anliegen der Autoren ist es, Betroffene “selbst zu Experten für Ihre Zwangserkrankung und Ihre Selbsttherapie” auszubilden, sowie Mut zu machen, eine Therapie auch wirklich zu beginnen.
Die Autoren lassen eigentlich keine Frage unbeantwortet. In diesem Buch finden sich auch Antworten auf häufige Fragen und Schwierigkeiten in der Therapie, auf den Umgang mit Rückfällen und Hinweise auf Hilfe durch medizinisch-psychologische Experten. Selbstverständlich wird auch die Frage beantwortet, was unter der Miete zu verstehen ist, die der Zwang an Herrn Freitag bezahlt.

Katharina Vollmeyer, Susanne Fricke

Die eigene Haut retten – Hilfe bei Skin Picking

Balance buch + medien / 3. Auflage Bonn 2016 / ISBN: 978-3-86739-871-8 / 136 Seiten / Preis: 12,99 EUR

Kurzbeschreibung: Endlich gibt es ein Buch zum Skin Picking, das auch Dermatillomanie genannt wird. Obwohl bis zu 5 Prozent der Bevölkerung darunter leiden, kennen selbst Profis die Erkrankung oft nicht. Betroffene kratzen, quetschen immer wieder die eigene Haut auf. Dabei fühlen sie eine starke innere Anspannung, einen Drang, dem sie nicht widerstehen können. Die Haut ist gerötet, es entstehen Verletzungen und Narben, die durch zeitraubende Schminktechniken überdeckt werden. 
Die Autorinnen erklären in den ersten Kapiteln anschaulich und verständlich, was Skin Picking ist und dass die Haut der Spiegel der Seele ist. Im weiteren Verlauf erfährt der Leser, wie er sich in der eigenen Haut wohler fühlen kann. Es werden Techniken vorgestellt, wie „Pflaster um die Fingerkuppe kleben oder Spiegel abhängen“, die Betroffene selbst ausprobieren können. Als sehr hilf- und aufschlussreich habe ich Tipps zur Pflege der Haut empfunden.
Mit dem Kapitel „Die eigene Haut retten: Sich professionelle Hilfe suchen“, wird neben Verhaltenstherapie und Medikamenten auch auf die Behandlung beim Dermatologen oder der Kosmetikerin eingegangen. Am Ende wird auf weiterführende Literatur hingewiesen und ermuntert, sich in Selbsthilfegruppen oder Internetforen mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Mit dem Buch ist den Autorinnen ein sehr interessantes und informatives Werk gelungen. Es wird nicht nur vielen Betroffenen wertvolle Tipps geben, sondern auch dazu beitragen, dass Skin Picking in der Öffentlichkeit bekannter wird.

Steffen Moritz – Marit Hauschildt

Erfolgreich gegen Zwangsstörungen – Metakognitives Training – Denkfallen erkennen und entschärfen

Springer, 3. Auflage Berlin 2016 / ISBN: 978-3662487518 / 179 Seiten / Preis: 29,99 €

Kurzbeschreibung: Wie denken wir? Wie gehen wir mit Emotionen und ungewollten Gedanken um? Und was, wenn ungewollte Gedanken sich nicht mehr regulieren lassen und wir in eine “Denkfalle” tappen, aus der wir nicht mehr herausfinden? Es gibt charakteristische Denkverzerrungen, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Zwangsstörungen beitragen können. Die Kunst ist es, diese wiederkehrenden Denkfallen zu erkennen und zu “entschärfen”.
Dieses Selbsthilfemanual für Menschen mit Zwangsstörungen zeigt Betroffenen anhand zahlreicher unterhaltsamer Beispiele sowie bewährten und neuen Behandlungsstrategien, wie man zwangstypischen „Denkfallen“ (z.B. übermäßige Verantwortungsübernahme, Perfektionismus) entgehen kann.
Eine umfangreiche Materialsammlung leitet Betroffene dazu an, wiederkehrende Denkfallen erst zu erkennen und dann zu „entschärfen“. Alle Materialien sind für die Selbsthilfe erstellt worden, eignen sich jedoch auch als wertvolle Ergänzung für den Einsatz durch Therapeuten. Belege für die Effektivität des Ansatzes wurden bereits in zwei wissenschaftlichen Studien erbracht. Die dritte Auflage wurde um viele neue Übungen erweitert.

Hansruedi Ambühl

Frei werden von Zwangsgedanken

Patmos Verlag, Düsseldorf 2008 / ISBN: 978-3-8436-0042-2  / 144 Seiten / Preis: 18,00 €

Kurzbeschreibung: Literatur im Bereich von Zwangsgedanken, die sowohl für den Experten als auch den Betroffenen hilfreich und informativ ist, gibt es bisher noch (zu) wenig. Jetzt gibt es ein weiteres sehr lesenswertes und wertvolles Buch, das von dem Schweizer Psychotherapeuten Hansruedi Ambühl geschriebene und im Patmos-Verlag erschienene Buch „Frei werden von Zwangsgedanken“. 
Im ersten Teil dieses Buch wird erfreulich klar definiert, was Zwangsgedanken sind, wie sie entstehen und welche  Auswirkungen sie auf das Leben eines Betroffenen haben können. Der zweite Teil des Buches widmet sich den verschiedenen Möglichkeiten, das Auftreten von  Zwangsgedanken weniger werden zu lassen. Hierbei werden ausführlich verschiedene, viel versprechende Methoden dargestellt, die bereits sehr erfolgreich in der Therapie von Zwangsgedanken angewendet worden sind. 
Ein gutes und empfehlenswertes Buch! Es besticht durch seine Konzentration auf das Wesentliche. Der Leser kann gut begreifen, wie Zwangsgedanken entstehen, wie sie aufrecht erhalten werden, und warum diese so intensive negative Gefühle erzeugen können, dass sie für den Betroffenen eine regelrechte Qual darstellen. Wenn dann die therapeutischen Methoden zur Reduzierung der Zwangsgedanken dargestellt werden, kann er nachvollziehen, warum gerade diese Methoden hilfreich sind. 
Mir persönlich Herrn Ambühls Darstellung der Zwangsgedanken-Symptomatik und ihrer Reduzierung besser gefallen , weil er eine Form des Ausdrucks gefunden hat, die klar und deutlich erzählt, was oft so kompliziert erscheint. Wer als von Zwangsgedanken Betroffener das Buch liest, wird sich selbst ein Stück weit besser verstehen lernen. Man erhält bereits beim Lesen das Gefühl, selbst aktiv etwas gegen die Zwangsgedanken unternehmen zu können. Das tut gut und verleiht Mut! Um es mit den Worten Herrn Ambühls zu sagen „Halten Sie sich stets vor Augen, dass Zwangsgedanken Gedanken und nichts weiter als Gedanken sind.“
Eine Buchbesprechung von Gabriele Raubart

Michael Rufer, Susanne Fricke

Der Zwang in meiner Nähe – Rat und Hilfe für Angehörige von zwangskranken Menschen

Huber-Verlag, Bern 2008 / ISBN: 978-3456846101 / 150 Seiten / Preis: 17,95 €

Kurzbeschreibung: Zwangserkrankungen wirken sich erheblich auf das Umfeld der Betroffenen aus. Dieses Buch wendet sich ausdrücklich an Familienangehörige, Partner, Freunde, Arbeitskollegen und andere Menschen, die einem Zwangskranken nahe stehen. Diese sind oft alleine gelassen mit ihren Fragen: Wie kann ich dem Betroffenen am besten helfen? Wie kann ich mich abgrenzen und was mache ich dann mit meinem schlechten Gewissen? Soll ich einmal mit zu seinem Therapeuten gehen? Und was mache ich, wenn er sich nicht helfen lassen will, keine Behandlung aufsucht? Inzwischen halte ich es selber kaum noch aus, was kann ich tun? Diese und viele andere häufig gestellt Fragen werden von den Autoren, die beide jahrelange Erfahrung in der Beratung von Angehörigen und Therapie von Zwangskranken haben, aufgegriffen und verständlich beantwortet. Die Autoren ermutigen Angehörige auch dazu, sich nicht nur um den Zwangkranken, sondern auch um sich selber zu kümmern – um auf diese Weise zu einem hilfreichen Verbündeten gegen den Zwang werden, ohne selbst aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Antonia Peters (Hrsg.)

Trichotillomanie – Fragen und Antworten zum zwanghaften Haare ausreißen

Pabst Science Publishers, Lengerich 2008 / ISBN: 978-3-89967-425-5 / 160 Seiten / Preis: 15,00 €

Kurzbeschreibung: Obwohl die Trichotillomanie (zwanghaftes Haare ausreißen) mit einer Prävalenzrate von 1% zu den beachtenswerten Störungsbildern zählt, gibt es bislang kaum deutschsprachige Literatur.

Daran grundlegend etwas zu ändern, ist Anliegen dieses Ratgebers, der Antworten auf alle Fragen zur Trichotillomanie gibt. Dieses Buch beschreibt verständlich die Ursachen und Erscheinungsformen, sowie praxisnah die Behandlungsmöglichkeiten. Besonderheiten der Trichotillomanie bei Kindern werden ebenso beschrieben, wie die Hilfe für Angehörige und die Selbsthilfe. Erfahrungsberichte von Betroffenen und Tipps eines Frisörs runden das Buch ab.

Katarina Stengler

Zwänge verstehen und hinter sich lassen

TRIAS, Stuttgart. 2007 / ISBN 978 3 8304 3389 7 / 152 Seiten – Preis: 17,99 €

Kurzbeschreibung: Ein wichtiges Buch für Betroffene und ihre Angehörigen. Es macht Mut, zeigt Strategien auf und gibt wertvolle Tipps, wie Betroffene und Angehörige sich gegen den Zwang stellen und ihren persönlichen gesunden Freiraum wieder zurückerobern können. Die Autorin gibt Antworten auf Fragen, die Betroffene vielleicht aus Scham oder Peinlichkeit nie offen gestellt haben. Es wird verständlich beschrieben, wie Zwänge entstehen, womit sie am Leben gehalten werden und mit welchen Strategien sie in den Griff zu bekommen sind. Bemerkenswert ist die Klarheit, mit der die Autorin die Exposition schildert und damit tiefe Einblicke in die “Kunst” der Therapeuten gewährt. Partner und Angehörige sind wichtige Wegbegleiter, fühlen sich aber oft zerrissen zwischen Hilfestellung und Überforderung. Dieses Buch zeigt die Regeln im Kampf gegen den Zwang und wie Angehörige sich selbst nicht aus den Augen verlieren. Das Ziel des Buches lohnt: Zurück zu einem genußvollen und zwangsarmen Leben.

Ulrike S. / Hans Reinecker

ABC für Zwangserkrankte – Tipps einer ehemals Betroffenen

Vandenhoeck&Ruprecht 2006 / ISBN: 3-525-46263-8 / Preis: 7,99 €

Kurzbeschreibung: Der Titel “ABC für Zwangserkrankte” ist bei diesem Werk wörtlich zu nehmen. Die Autoren haben Schlüsselbegriffe rund um die Zwangsstörung alphabetisch geordnet und einzeln beschrieben. Es ist ein kleines Lexikon entstanden, an dem sich Betroffene und Angehörige bei Ihrem Weg aus der Erkrankung hilfreich orientierten können.
Die Autoren haben Schlüsselbegriffe rund um die Zwangsstörung alphabetisch geordnet und einzeln beschrieben. Es ist ein kleines Lexikon entstanden, an dem sich Betroffene und Angehörige bei Ihrem Weg aus der Erkrankung hilfreich orientierten können. Beginnend mit den Begriffen Aberglaube, Angehörige und Angst bis zu Widerstand, Wiederholungen, Zweifel und Zuversicht, beschreibt Ulrike S. ihren Weg aus den Zwängen. In der Mitte des Buches findet sich das Stichwort “Humor”. Humor mag der Zwang nicht – Humor ist aber bei der Bewältigung ein ganz wichtiges Element der Abgrenzung vom Zwang. Der Weg, den die Autorin aus den Zwängen beschritten hat, war gewiss nicht einfach. Als Erfolg kann sie heute, nach jahrelanger Therapie, ihr Leben frei von Zwängen genießen. Ulrike S. macht Hoffnung, mit Recht!
Autor der Buchvorstellung: Wolf Hartmann

Ratgeber für Kinder und Jugendliche

Hildegard Goletz / Veit Roessner / Manfred Döpfner

Ratgeber Zwangsstörungen: Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher

Hogrefe Verlag Göttingen 2020, ISBN: 978-3-8017-2646-1, 66 Seiten, Preis: 9,95 Euro

Kurzbeschreibung: Wenn Kinder und Jugendliche unter Zwangsstörungen leiden, ist das nicht nur für die Betroffenen sehr belastend, sondern auch die ganze Familie. Eltern und Geschwister sind oft rat- und hilflos. Sie verstehen oft nicht, warum das geliebte Kind, der Bruder, die Schwester, sich so verhält. 
Die Autoren beschreiben, warum Zwangsstörungen aufrecht erhalten werden und anschließend ausführlich, was gegen Zwänge getan werden kann. Es gibt einen Abschnitt über die Therapiemöglichkeiten und Therapieschritte. Dabei weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, dass Eltern, Geschwister und ggf. auch Lehrer und Erzieher in die Therapie mit einbezogen werden sollten. Von zentraler Wichtigkeit sind die Abschnitte, was Kinder und Jugendliche für sich selbst tun können und was Eltern, Erzieher und Lehrkräfte zum Erfolg einer Therapie beitragen können. Im letzten Kapitel gibt das Buch noch Hinweise auf weitere Hilfen. 
Mit seinen 66 Seiten ist der Ratgeber übersichtlich, informativ und verständlich geschrieben, so dass ich allen, die ein betroffenes Kind haben, diesen Ratgeber gerne als Lektüre empfehlen möchte. 
Autorin der Buchvorstellung: Antonia Peters

Oliver Sechting, Eva Hidalgo

Frederic, der Zahlenprinz – Ein Bilderbuch über Ängste und Zwänge und ihre Überwindung

Riva-Verlag, München, 2020, ISBN: 978-3742315762, 32 Seiten, Preis: 14,99 Euro

Kurzbeschreibung: Oliver Sechting beschreibt in seinem Bilderbuch in für Kinder ab dem Alter von sechs Jahren sehr verständlicher Sprache die Entstehung einer Zwangssymptomatik im Kindesalter am Beispiel eines Zählzwangs, und wie dadurch Familie, Schule und die Beziehungen zu Gleichaltrigen beeinträchtigt werden. Dadurch, dass der Junge, der den Zählzwang entwickelt, ein Prinz ist, bekommt die Geschichte etwas Märchenhaftes, ohne jedoch unwirklich zu wirken. Dass sich Frederic erst seinem Vater anvertraut, nachdem dieser ihn bei der Durchführung seines Zählzwangs gesehen hat und ihn darauf anspricht, zeigt auf, wie schambesetzt die Symptomatik meist für das betroffene Kind ist. Dann ist es besonders wichtig, dass Eltern ihrem Kind verdeutlichen, dass es sich für seine Zwangsproblematik nicht schämen muss. Dies sagt auch Frederics Vater seinem Sohn. Entsprechend dem Märchencharakter der Geschichte erhält der Prinz Unterstützung von der Dorfältesten, die historisch betrachtet als erfahrene „weise“ Frau durchaus die Rolle einer Psychotherapeutin einnehmen konnte.
Die verhaltenstherapeutischen Behandlungsschwerpunkte Bearbeitung der die Zwangssymptomatik mitbedingenden und/oder aufrechterhaltenden Faktoren sowie Exposition mit Reaktionsmanagement werden entsprechend dem Alter der Zielgruppe dieses Bilderbuches mittels Florinas Vorgehensweise in den Treffen mit Frederic sehr verständlich beschrieben. Dass für ein Kind das ausdrückliche Nicht-Durchführen einer Zwangshandlung häufig sehr belastend ist und viel Mut erfordert, zeigt die Beschreibung, wie schwer Frederic das Nicht-Durchführen des Zählzwanges fällt, da dann die Angst bezüglich seiner Familie wieder zunimmt. Das gute Märchenende verdeutlicht, dass man seine Zwangsproblematik mit entsprechender Unterstützung bewältigen kann und macht damit betroffenen Kindern und ihren Eltern die berechtigte Hoffnung auf Besserung oder Befreiung von der Symptomatik. Eva Hidalgo hat die Geschichte von Frederic mit sehr intensiven Farben im Stil von bunten Scherenschnitt-Collagen kindgerecht und sehr ausdrucksstark illustriert.  Im Anschluss an die Geschichte sind auf einer Seite wichtige Informationen zu Zwangsstörungen im Kindesalter kompakt dargestellt. Ich freue mich sehr, dass endlich ein Bilderbuch zu Zwangsstörungen vorliegt, in dem sich betroffene Kinder wiederfinden können.
Autorin der Buchvorstellung: Hildegard Goletz

Hildegard Goletz, Manfred Döpfner, Veit Roessner

Zwangsstörungen (Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie)

Hogrefe Verlag, Göttingen 2018 – ISBN 978-3801726454 – 191 Seiten – Preis: 24,95 Euro

Kurzbeschreibung: Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen stellen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie auch für deren Bezugspersonen häufig eine extreme Belastung dar. In der Folge kann es zu starker Verzweiflung, zu Aggressionen sowie zu Beeinträchtigungen schulischer oder beruflicher Beziehungen sowie in Gleichaltrigen- oder auch Paarbeziehungen kommen. Der Leitfaden beschreibt praxisorientiert das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter.

Dieses Buch richtet sich in erster Linie an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater, Kinder- und Jugendmediziner, Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Schulpsychologen, (Sozial-) Pädagogen, Mitarbeiter in Familienberatungsstellen sowie, wegen der Fallbeispiele auch für Angehörige, die sich bereits mit dem Thema Zwangsstörungen beschäftigt haben und mehr über das Thema erfahren wollen.

Tamara Ireland Stone

Mit anderen Worten: ich (Deutsche Übersetzung von Sandra Knuffinke und Jessika Komina)

Magellan Verlag Bamberg, 2016, ISBN 978-3-7348-5021-9, 336 Seiten, Preis 16,95 Euro

Kurzbeschreibung: Die 16-jährige Ich-Erzählerin Samantha leidet seit fünf Jahren an einer Zwangserkrankung. Sie hat Zwangsgedanken, wenn sie eine Schere oder ein Messer halten soll. Vor allem hat sie ein „spezielles Verhältnis zur Zahl Drei“: In angespannten Situationen kratzt sie sich dreimal im Nacken, und der Kilometerzähler ihres Autos muss am Ende einer Fahrt die Zahl Drei im letzten Feld zeigen, sodass Samantha immer wieder Umwege fahren muss. Schlafen kann Samantha nur mit Hilfe von Medikamenten, da sich das Gedankenkarussell in ihrem Kopf Tag und Nacht dreht. Ihre Mutter und ihre Therapeutin unterstützen sie liebevoll und einfühlsam.
Samantha begegnet der geheimnisvollen Caroline, der sie sich erstaunlich schnell offenbaren kann. Sie folgt ihr in einen abgelegenen Keller, in welchem sich einige Schüler heimlich treffen, um sich selbstgeschriebene Gedichte vorzulesen. In dieser „Dichterecke“ trifft sie AJ. Mit Entsetzen erinnert sie sich, dass sie und ihre Freundinnen ihn vor Jahren wegen seines Stotterns grausam gehänselt haben. Es gelingt Samantha, sich aufrichtig bei ihm zu entschuldigen, und es entwickelt sich eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen den beiden.
Die Autorin hat sich intensiv mit dem Thema Zwangsstörungen bei Jugendlichen und deren Therapie befasst. Samanthas Zwangserkrankung ist aber nur ein Thema dieses wunderbaren Jugendbuches. Es beschreibt das Erwachsenwerden eines jungen Mädchens, das lernt, zwischen echten und falschen Freunden, zwischen Oberflächlichkeit und Authentizität zu unterscheiden.
Die Annäherung zwischen Sam und AJ, Ängste und Unsicherheiten einer ersten Liebe sind mitreißend beschrieben. Samantha lernt, mit Fehlern umzugehen und sich selbst zu verzeihen. Sie findet den Mut zur Offenheit und sie lernt, Worte nicht mehr nur als Endlosschleifen in ihrem Kopf, sondern auch als heilende Kraft zu erleben.
Das Buch wendet sich an Jugendliche, es zieht aber auch Erwachsene in seinen Bann. Es ist so spannend geschrieben, dass man es kaum aus der Hand legen mag. Fazit: Unbedingt empfehlenswert!
Autorin der Buchvorstellung: Julia Barthe

Lena Hach

Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis

mixtvision Verlag, München 2016 / ISBN: 978-3958540552 / 300 Seiten / Preis: 12,90 Euro 

Kurzbeschreibung: Als eine neue Familie ins Haus nebenan zieht beschließt Paul, das gleichaltrige Mädchen Tessa zu observieren. Schnell stellt er fest, dass Tessa tatsächlich viele Geheimnisse verbirgt. Warum geht sie viel früher als alle anderen in die Schule? Warum zählt Tessa einfach alles? Die vom Baum gepflückten Kirschen, die Erbsen auf dem Teller und die Bücher im Regal? Und es gibt noch einen Grund, Tessa näher unter die Augen zu nehmen: Paul hat sich in Tessa verliebt.
Tessa und Paul knüpfen erste freundschaftliche Kontakte beim nachmittäglichen Federball spielen. Später offenbart sich Tessa gegenüber Paul mit ihrer Zwangsstörung, weshalb sie regelmäßig eine Psychologin aufsuchen muss. Paul lernt, dass er Tessa bei ihren Zwängen nicht unterstützen darf.
Mit diesem Roman ist Lena Hach eine sehr schöne Verknüpfung der heilen Welt, die aus einer Kleinstadtidylle, Eisdiele, Federball, Kakao und ausnahmslos netten Jugendlichen besteht, mit dem ernsten Thema der Zwangsstörung gelungen. Die Zwänge sind ein Teil der Geschichte, sie dominieren aber die wirklich schöne, facettenreiche Geschichte nicht.
Das Buch eignet sich besonders für Kinder und Jugendliche am Beginn der Pubertät, egal ob sie Zwänge haben oder nicht. Auch Erwachsenen bereitet dieses Buch viel Freude beim Lesen. Die Autorin hat ihren Roman so einfühlsam geschrieben, dass Tessas Zwänge keine Angst machen, sondern die Toleranz gegenüber den Eigenheiten anderer fördert.
Autor der Buchvorstellung: Wolf Hartmann

Susanne Fricke, Katharina Armour

Dem Zwang die rote Karte zeigen – Ein Ratgeber für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern

BALANCE buch + medien verlag, Köln 2014 / ISBN: 978-86739-085-9 / 142 Seiten / 17,95 EUR

Kurzbeschreibung: Leonie, Ben, Mia, Fatima, Phillip und Max. Diese und weitere Kinder zwischen 9 und 16 Jahren erzählen in diesem Buch von ihren Zwängen, weil sie anderen Kindern helfen wollen, ihre Zwangserkrankung zu bewältigen. Gemeinsam ist ihnen allen ihre großes Leid, dass die Erkrankung ihnen und ihren Familien zufügt. Sehr unterschiedlich dagegen sind die Themen, um die sich ihre Zwänge drehenIm ersten Teil des Ratgebers wird in verständlicher und kindgerechter Sprache erklärt, was Zwänge sind und welche Arten von psychotherapeutischer und medikamentöser Hilfe es gibt. Anhand der Beispiele der erkrankten Kinder, die den Leser wie ein roter Faden durch das Buch begleiten, bekommen die Kinder und ebenso die erwachsenen Leser eine Einsicht und ein Verständnis für das Krankheitsbild.
Im zweiten Teil wird der Ratgeber zu einem richtigen Arbeitsbuch, mit dem auch jüngere Kinder lernen können, ihre Zwänge zu verstehen. Alles, was man in einer Therapie zusammen mit dem Therapeuten erarbeitet wird, wird hier erklärt, um selbstständig daran arbeiten zu können.
Kinder, die auf einen Therapieplatz warten, können so die Wartezeit bestens mit dem Durcharbeiten dieses Buches überbrücken. Denn wer schon vieles weiß, kann in einer späteren Therapie viel Zeit sparen und schneller mit Übungen gegen den Zwang beginnen. Mit Hilfe des Buches lernen die erkrankten Kinder genau das, was der Titel erhoffen lässt, nämlich wie es möglich ist, dem Zwang, der hier als Zwangsmonster vorgestellt wird, die rote Karte zu zeigen.
Nicht nur für Kinder, auch für ihre Eltern ist dieses Buch ein großer Gewinn. Neben allen Informationen, die auch das Kind bekommt, erfahren sie, was in der Therapie gelernt und geübt wird und wie sie ihrem Kind dabei hilfreich zur Seite stehen können. Dazu bekommen in einzelnen Blöcken immer wieder konkrete Hinweise zum Umgang mit dem erkrankten Kind.
Ganz zum Schluss geben die Autoren dann auch noch Antworten auf die drängendsten und quälendsten Fragen der Kinder und Eltern: Warum ich und nicht meine Schwester?, Werden die Zwänge jemals ganz weggehen?, Habe ich in der Erziehung etwas falsch gemacht?, Was tue ich, wenn mein Kind nicht einsieht, dass es Hilfe braucht? Ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Buch.

 Gunilla Wewetzer, Christoph Wewetzer

Ratgeber Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen – Informationen für Kinder, Jugendliche und Eltern

Hogrefe Verlag Göttingen 2014 / ISBN 978-3-8017-2547-1 / 112 Seiten / 14,95 EUR

Kurzbeschreibung: Der Ratgeber Zwangsstörungen richtet sich an eher ältere Kinder oder Jugendliche und stellt dabei eine gewisse Anforderung an die Kognitionsfähigkeit des Kindes und seine Selbstständigkeit. Neben den Texten, in denen die Kinder einfühlsame Ansprache erfahren und ernst genommen werden, ist die Informationsdarbietung gerade im ersten Teil des Ratgebers immer wieder auch recht formal. Es gibt Tabellen und schematische Darstellungen. Inhaltlich bleiben die Autoren dem psychotherapeutischen/ psychiatrischen Fachsprachgebrauch treu, den sie jedoch immer auch kindgerecht übersetzen.
Die Autoren gehen auf alle Aspekte einer Zwangsstörung ein. Während es im vorderen Teil des Ratgebers um die Merkmale, die Entstehung, die Häufigkeit und den Verlauf geht, orientiert sich der hintere Teil an der Behandlung und erklärt die Vorgänge im professionellen Setting.
Die Autoren erklären dort die Expositionstherapie und weitere kognitive Therapien, in denen es um Denkfehler, Bewertungen und Einstellungen geht. Auch werden hier die Unterschiede zwischen der ambulanten, teilstationären und stationären Behandlung sowie einzelne Medikamente beschrieben. Des Weiteren geht es um ergänzende Therapien und die Zeit nach der Therapie. Im Anhang finden sich dann 4 ausführliche Fallbeispiele, die die Unterschiedlichkeit der Erkrankung und der Therapieverläufe veranschaulichen sollen.
Im mittleren Teil, in dem es um die Selbsthilfe für Kinder und Eltern geht, empfehlen die Autoren den betroffenen Kindern sich ihren Zwang als ein Wesen vorzustellen, mit dem sie kommunizieren können. Sie selbst haben hierfür den Poltergeist Puck entwickelt. Daneben werden verschiedene Übungen zum Eingrenzen der Zwänge vorgestellt, worunter sich auch die so genannte Assoziationsspaltung nach Moritz und Hauschildt befindet. Im Verlauf des gesamten Ratgebers werden immer wieder einzelne Kinder mit ihren Zwängen vorgestellt, wodurch die Informationen und Übungsanleitungen plastischer und verständlicher werden. Außerdem werden am Ende jedes Kapitels eine Reihe von Fragen beantwortet, die besonders die Eltern der erkrankten Kinder beschäftigen. Ein sehr kompetenter und umfassender Ratgeber.

Fachbücher und Manuale

Kuelz Voder

Anne Katrin Külz, Ulrich Voderholzer

Pathologisches Horten

Hogrefe Verlag 2018, ISBN 978-3801727857, 89 Seiten, Preis: 19,95 Euro

Kurzbeschreibung: Pathologisches Horten ist eine psychische Störung, die zur Vermüllung der Wohnung führt. Die Störung verläuft häufig chronisch und ist schwer zu behandeln.
Das Buch informiert über den aktuellen Stand der Forschung zur Beschreibung, Klassifikation, Epidemiologie, Differenzialdiagnose und zum Verlauf. Nach der Darstellung verschiedener diagnostischer Verfahren, werden kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt. Ziel der Behandlung ist es, gemeinsam mit dem Patienten ein effizientes System zur Ordnung und Organisation zu entwickeln und die Widerstandsfähigkeit gegenüber „Verlockungen“ zur Anschaffung neuer Gegenstände zu trainieren. Zudem sollen die den Widerwillen hervorrufenden Gefühle, die mit der Entscheidung zum Wegwerfen verbunden sind, schrittweise bewältigt werden. Zahlreiche Arbeitsblätter und Fallbeispiele veranschaulichen das Vorgehen und unterstützen die Umsetzung der Behandlungsstrategien in die klinische Praxis.
Dieses Buch ist sehr verständlich geschrieben, weshalb es sich auch für Betroffene und Angehörige als Lektüre eignet.

Nicolas Hoffmann / Birgit Hofmann

Expositionszentrierte Verhaltenstherapie bei Ängsten und Zwängen

Beltz-Verlag 4. Auflage 2018, ISBN: 978-3-621-28536-0, 312 Seiten, Preis: 49,95 Euro

Kurzbeschreibung: Dr. Nicolas Hoffmann ist seit über 30 Jahren Verhaltenstherapeut, Dozent und Supervisor. Mit seinen zahlreichen Publikationen zählt er gewiss zu den Klassikern in der Autorenszene zu Zwangsstörungen. Im Ansatz von Hoffmann und Hofmann wird Exposition nicht als reine Gewöhnung konzipiert, vielmehr als aktive Bewältigung und positive Lernerfahrung mit der Annahme und Toleranz von Angst. Anhand von Dialogen zwischen Therapeut und Patient demonstrieren die Autoren  anschaulich, wie Patienten ihre Störung überwinden können und wieder in die Lage versetzt werden, ihr Leben aktiv nach ihren wahren Bedürfnissen zu gestalten. Das Buch gliedert sich in ein einführendes Kapitel, in dem Theorie und Praxis der Exposition beschrieben werden. In 12 weiteren Kapiteln werden einzelne Erscheinungsformen von Ängsten, Phobien und Zwangsstörungen detailliert beschrieben und deren Behandlung einschließlich der Exposition differenziert dargestellt.
Dieses Buch eignet sich in erster Linie für Therapeuten, die ihre Strategien bei der Exposition reflektieren oder überprüfen wollen. Es ist sicher ein durchaus wertvolles Werk, das viele Aspekte der Störungen und deren Bewältigung erklärt. Leser sollten sich auf jeden Fall viel Zeit für die Lektüre nehmen, weil sonst die vielen Informationen nicht erfassbar sind.
Autor der Buchvorstellung: Wolf Hartmann

Susanne Fricke

Therapie-Tools Zwangsstörungen

Beltz-Verlag 2016 / ISBN: 978-3-621-28355-7 / 318 Seiten / 39,95 Euro

Kurzbeschreibung: Susanne Fricke macht deutlich, dass Zwänge durchaus gut behandelbar sind. Im Vorwort geht die Autorin auf die noch immer unzureichende Versorgung von Zwangspatienten mit einer leitliniengerechten Behandlung ein. Sie nennt die positiven Erfahrungen aus ihrer eigenen therapeutischen Praxis, um den Leser zu motivieren, sich gegenüber der Therapie von Menschen mit Zwangsstörungen aufgeschlossener und optimistischer zu zeigen. 
Auf verhaltenstherapeutischer Grundlage werden zahlreiche Informations- und Arbeitsblätter zur Verfügung gestellt, die als Anregung und Unterstützung für einzelne Therapieabschnitte genutzt werden und durch die gesamte Therapie leiten – von der Eingangsphase über die Planung und eigentliche Behandlung bis hin zur Abschlussphase. Die zahlreichen dargestellten Therapiestrategien entsprechen dem State-of- the-Art und umfassen alle wichtigen kognitiven Interventionen zur Veränderung von Fehlbewertungen und dem Aufbau der Fähigkeit zur Zwangsdistanzierung. Das Kernelement der Behandlung – die Exposition – wird detailliert beschrieben. Einige Besonderheiten, die eine Exposition bei Zwangsstörungen von Expositionen z.B. bei Phobien unterscheidet, werden von der Autorin kenntnisreich aufgeführt. Auch differentielle Empfehlungen für die unterschiedlichen Unterformen der Zwangsstörung fehlen nicht. 
Die hohe praktische Relevanz des Buches liegt in der übersichtlichen Darstellung jeder einzelnen Intervention: der Leser erhält zunächst eine kurze Einführung in das Ziel der Intervention, gefolgt von hilfreichen Anregungen für die konkrete Durchführung. Diese sind angereichert mit Fallbeispielen und konkreten Formulierungsvorschlägen. Informationsblätter, die der Patient auch mit nach Hause nehmen kann, runden die jeweilige Therapieeinheit ab. 
Aufgrund des modularen Charakters des Buches finden sowohl Anfänger in der Behandlung von Zwängen als auch erfahrene Therapeuten wichtige Anregungen und hilfreiche Unterstützungen, die im Therapiealltag sofort umgesetzt werden können.

Igor Tominschek, Michael Zaudig, Claudia Mehl, Evi Vant, Walter Hauke

Gruppentherapie bei Zwangsstörungen – Ein verhaltenstherapeutisch-systemischer Leitfaden

Hogrefe Verlag 2016 / ISBN: 978-3801726133 / 203 Seiten / Preis: 34,95 Euro

Kurzbeschreibung: Einige Aspekte der Zwangsstörung sind bei allen Patienten ähnlich. Trotzdem fordert diese Erkrankung die Behandler insbesondere durch ihre Heterogenität bezüglich der Themen (z.B. Angst vor Verschmutzung vs. Magisches Denken), sowie durch die Unterschiedlichkeit der Krankheitskonzepte auf Seiten der Patienten (z.B. Entstehungsbedingungen) heraus. Dieser Kontrast zwischen Ähnlichkeiten auf der einen und heterogenen Inhalten und Krankheitskonzepten auf der anderen Seite kann besonders gut in einem gruppentherapeutischen Setting aufgegriffen werden. In diesem können die Patienten Gemeinsamkeiten erarbeiten, aber auch durch verschiedene Auffassungen und Konzepte das Krankheitsverständnis vielseitig beleuchten.
Der vorliegende verhaltenstherapeutisch-systemische Leitfaden von Tominschek, Zaudig, Mehl, Vant und Hauke zur Gruppentherapie bei Zwangsstörungen ist eine sehr gut durchdachte und anschaulich beschriebene Anleitung zur multimethodalen gruppentherapeutischen Arbeit bei Zwängen. Die Autoren erklären zu Beginn sehr verständlich, was Zwangsstörungen sind, wie diese diagnostiziert und differenzialdiagnostisch unterschieden werden können. Der Hauptteil des Leitfadens besteht aus dem anschaulich beschriebenen Therapieplan für das teilstationäre Setting, welcher durch vielfältige Gruppenangebote (z.B. Bilanzgruppen, Expositionstrainings, aber auch Achtsamkeitsübungen und Kunsttherapie) gefüllt wird. Zum Schluss wird ein Fallbeispiel beschrieben, in welchem die Vorgehensweise und der Therapieverlauf einer Patientin sehr schön dargelegt werden. Weitere Fallbeispiele, die die Heterogenität der Zwangsstörung über die verschiedenen Zwangsinhalte und mögliche Besonderheiten bei diesen abbilden, wären sicher ein weiteres i-Tüpfelchen gewesen.
Insgesamt haben die Autoren ein sehr gelungenes Konzept entwickelt. Der Leitfaden überzeugt durch die gut strukturierte Ausarbeitung der einzelnen Methoden und viele Dialogbeispiele für die Praxis, wodurch es anwendungsfreundlich für den Behandler wird. Die beigefügte CD-ROM enthält alle wichtigen Therapiematerialien zum Kopieren. Die Kombination aus verhaltenstherapeutischen und systemischen Methoden sowie der engmaschige Einbezug der Angehörigen in die Therapie stellen besondere Stärken dar. Ein toller Leitfaden für die Praxis!
Autorinnen der Buchvorstellung: Lotta Zielke und Barbara Cludius

F. Hohagen, A. Wahl-Kordon, W. Lotz-Rambaldi, C. Muche-Borowski (Hrsg.)

S3-Leitlinie Zwangsstörungen

Springer Verlag GmbH / Berlin 2015 / ISBN: 978-3662441374 / 192 Seiten / Preis 29,99 EUR

Kurzbeschreibung: Die S3-Leitline zur Behandlung von Zwangsstörungen bei Erwachsenen wurde unter Beratung und Moderation durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) von einem großen wissenschaftlichen Gremium erstellt. Die Empfehlungen dieser Leitlinie basieren auf einer Sichtung der Evidenz der verfügbaren randomisierten klinischen Studien zu Zwangsstörungen nach ICD/DSM und einer Synthese der Empfehlungen anderer Leitlinien.

Aufgrund einer großen Datenbasis können in dieser Leitlinie konkrete und fundierte Empfehlungen für die Behandlung der Zwangsstörungen gegeben werden. Diese Leitlinie sollte zur Pflichtlektüre für Allgemeinärzte, Fachärzte aus den Gebieten Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Psychologen sowie Studierende der Medizin und Psychologie werden.

Ulrich Förstner, Ulrich Voderholzer, Anne-Katrin Külz

Störungsspezifische Behandlung der Zwangsstörungen – Ein Therapiemanual

Kohlhammer-Verlag Stuttgart 2011, ISBN 978-3170194663, 288 Seiten, Preis: 42,90 EUR

Kurzbeschreibung: Zwangsstörungen zählen zu den häufigen und eindrucksvollsten psychischen Erkrankungen. Dieses Handbuch basiert auf der jahrelangen Zusammenarbeit der Autoren an der Universitätsklinik Freiburg. Es stellt die Störungsspezifische Therapie von Zwangserkrankungen umfassend und praxisnah dar und integriert auch innovative und ergänzende Therapieansätze sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Zahlreiche Fallbeispiele illustrieren das therapeutische Vorgehen und geben wertvolle Anregungen für den klinischen Alltag. Spezielle Probleme, z. B. verschiedene Strategien bei Wasch- und Kontrollzwängen sowie Zwangsgedanken, schwierige Therapiesituationen, Komorbidität und Therapieresistenz werden ebenso wie die Pharmakotherapie erläutert. Online-Materialien zur Einzel- und Gruppentherapie sowie ergänzende Fallbeispiele in ContentPLUS runden das Werk ab.

Sonstiges

Angélique Mundt

Nacht ohne Angst – Ein Kriminalroman

Verlagsgruppe Random House GmbH, München 2013 / ISBN: 978-3-442-74626-2 / 310 Seiten / Preis:9,99 EUR

Kurzbeschreibung: In der Hamburger Universitätspsychiatrie wird eine Patientin erhängt aufgefunden. Die zuständige Psychotherapeutin Tessa Ravens kann nicht glauben, dass es sich um Selbstmord handelt. Als eine weitere Patientin brutal ermodert wird, scheint sich ihre Befürchtung zu bestätigen. Und auch Kriminalhauptkommissar Torben Koster merkt schnell, dass er hier mit gewöhnlichen Ermittlungsmethoden nicht weiterkommt. An Verdächtigen mangelt es nicht, und was davon ist paranoide Wahnvorstellung?

Kommissar Koster ist auf die Unterstützung der Psychotherapeutin Ravens angewiesen, doch die Suche nach dem Mörder wird für beide zur Zerreisprobe …

Die Autorin kennt sich als ehemalige Mitarbeiterin mit der Psychiatrie aus. Heute ist sie als selbstständige Psychotherapeutin und Buchautorin in Hamburg tätig. Der Kriminalroman beschreibt neben der spannenden Handlung das Leben und Arbeiten auf der psychiatrischen Station einer Universitätsklinik. Dort geht es nicht nur um Behandlung, sondern auch um Forschung, was zwangsläufig Eitelkeiten mit sich bringt. Selbstverständlich kommt in der Handlung auch ein Patient mit Zwängen vor.

Ein spannendes und unterhaltsames Buch, dessen Lektüre sich auch für Experten eignet, die Erinnerungen an ihre eigene Tätigkeit in der Psychiatrie auffrischen möchten.